Inhalt
- Schimmelbefall im Fertighaus: Aufspüren, Beseitigung, Vorbeugung
- Haftet der Fertighausanbieter bei Auftreten von Schimmel?
- Die beste Lösung: Schimmel gar nicht erst entstehen lassen
Schimmel-Bildung in Immobilien kann nicht nur unangenehme Geruchsbelästigungen verursachen, sondern auch die Gesundheit der Nutzer eines Gebäudes erheblich gefährden. Wir verraten euch, was ihr über Schimmelbefall im Fertighaus wissen solltet. Ihr erfahrt außerdem unter welchen Voraussetzungen euer Fertighaushersteller für Schäden durch Schimmelbefall haftet.
Schimmelpilze geben Stoffwechselprodukte und Pilzsporen an die Raumluft ab. Selbst abgestorbene Pilze oder Bakterien verursachen häufig noch über viele Jahre hinweg schädliche Ausgasungen.
Werden Schimmel-Schadstoffe eingeatmet, so können sie eure Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Die Gesundheit von Kindern wird oft besonders stark durch die aus Schimmel-Kulturen stammenden Schadstoffe in Mitleidenschaft gezogen.
Typische Symptome einer gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Schimmel
➥ Allergien (meist durch Schimmel-Sporen ausgelöst)
➥ Atemwegserkrankungen (z.B. Infektionen der Lunge)
➥ Reizungen der Schleimhäute von Nase und Hals (Hustenreiz)
➥ Reizungen der Bindehaut der Augen
➥ Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen
➥ Schwindelgefühle
➥ Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen
➥ Gelenk- und Muskel-Schmerzen
➥ eine Schwächung des Immunsystems
Schimmelbefall im Fertighaus: Aufspüren, Beseitigung, Vorbeugung
Die gute Nachricht vorweg: Moderne Fertighäuser weisen ein vergleichbares, geringes Risiko einer Schimmelbildung auf. Lediglich Fertighäuser, die bereits vor einigen Jahrzehnten errichtet wurden, verfügen aufgrund damals noch wenig ausgeprägter Dämmvorschriften über ein erhöhtes Risiko einer Schimmelbildung.

Ursachen von Schimmel beim Hausbau
Für die Entstehung von Schimmel gibt es nicht die eine Ursache, der auf den Grund gegangen werden muss, sondern eine ganze Reihe unterschiedlicher Faktoren. Einige könnt ihr der folgenden Auflistung entnehmen:
- Baumängel beim Stellen des Hauses
- undichte Stellen im Dach- oder Wandaufbau
- schlechte Qualität der Baustoffe
- keine guten Dämmeigenschaften
- nicht ausreichend intensives oder falsches Lüften
- eine zu hohe Luftfeuchte
- Kondensation an kalten Oberflächen
- zu warme Kellerräume
- Wasserschäden (beispielsweise durch undichte Wasserrohre)
Die Bildung von Schimmel geht zumeist auf Kondensfeuchtigkeit zurück. Betroffen sind vor allem die Dämmungen in Außenwänden sowie Fußbodenaufbauten.
In Kellern führt warme Raumluft dazu, dass sich Kondensfeuchtigkeit an kalten Kellerwänden niederschlägt und dort Schäden verursacht. Verkleidungen an feucht-kalten Kellerwänden begünstigen die Schimmelbildung.
Nicht immer ist eine Schimmelbildung an den Oberflächen von Wänden, Böden oder Decken unmittelbar zu erkennen. Versteckte Schimmel-Schäden lassen sich jedoch gezielt ausfindig machen. Zuweilen geben auffällige Geruchsentwicklungen bereits erste Hinweise auf eine Schimmelbildung.
Schimmel richtig aufspüren – so geht´s
Der Nachweis einer Schimmelbildung erfolgt durch Raumluftmessungen. In einem ersten Schritt werden die relative Luftfeuchtigkeit und die Raumtemperatur meistens in einer Höhe von 140 Zentimetern gemessen. Von Bedeutung sind ferner die Oberflächentemperaturen der Innenraumwände sowie die Temperaturen an der Haus-Außenwand.
Die Beseitigung von Schimmel muss unabhängig vom Umfang des vorhandenen Schimmel-Befalls erfolgen.
An Wandoberflächen vorhandene Feuchtigkeit vermittelt einen deutlichen Hinweis auf ein akutes Schimmel-Problem. Um Schimmelkulturen zu identifizieren, ist auch der Einsatz speziell abgerichteter Schimmelspürhunde möglich.
Checkliste: Erste Hinweise auf versteckten Schimmel
❒ Muffiger, modriger Geruch in bestimmten Räumen
❒ Kondenswasser an Fenstern oder kalten Wänden
❒ Verfärbungen oder Stockflecken an Wänden
❒ Allergie- oder Atembeschwerden ohne erkennbare Ursache
❒ Starker Unterschied in der Luftfeuchte zwischen Räumen
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Maßnahmen zur Beseitigung von Schimmel
Wenn Schimmel im Wandaufbau festgestellt wird, reicht oberflächliches Entfernen oft nicht aus. Eine nachhaltige Sanierung setzt voraus, dass auch die innerhalb der Wand liegenden, befallenen Materialien vollständig entfernt werden. Dies geschieht häufig im Zuge einer Verbesserung der Wärmedämmung, bei der die Außenhaut geöffnet wird.
Wichtig: Nur so kann sichergestellt werden, dass die Schimmelsporen nicht weiter wachsen oder erneut austreten.
Provisorische Lösungen – nur mit Bedacht einsetzen
Ist eine vollständige Entfernung kurzfristig nicht möglich, kann eine temporäre Abdeckung mit Aluminiumfolie helfen. Diese wird luftdicht auf die betroffenen Bauteile aufgebracht und anschließend mit Gipsplatten oder Tapete verkleidet.
Achtung: Solche Maßnahmen sind nur eine Übergangslösung und verhindern nicht die weitere Ausbreitung des Schimmels im Verborgenen.
Wann ein Abriss notwendig wird
In besonders schwerwiegenden Fällen – etwa bei durchgehender Durchfeuchtung, toxischen Schimmelarten oder nicht sanierbaren Bauschäden – kann eine wirtschaftliche Sanierung ausgeschlossen sein. Dann bleibt manchmal nur der Rückbau bzw. Abriss des Gebäudes.
Das betrifft insbesondere ältere Häuser ohne fachgerechte Abdichtung oder mit wiederholtem Wassereintritt, etwa durch Konstruktionsfehler.
6 vorbeugende Maßnahmen gegen Schimmel
Wie bereits erwähnt, ist Schimmelbildung in Innenräumen nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch gesundheitsgefährdend. Die Entstehung von Schimmel kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden, wie z.B. eine fehlerhafte Wärmedämmung, Baumängel oder eine falsche Lüftung und Heizung im Winter.
In diesem Abschnitt verraten wir euch sechs Tipps zur Schimmelprävention, die ihr als Bauherren beachten solltet, um die Gesundheit eurer Familie zu schützen und langfristige Schäden am Eigenheim zu vermeiden.
1. Prüft die Funktion der Wärmedämmung
Um die Wärmedämmung zu prüfen, können verschiedene Methoden eingesetzt werden, darunter eine Wärmebildkamera, mit der Wärmeverluste und Kältebrücken erkannt werden können. Eine weitere Möglichkeit ist die Durchführung von Blower-Door-Tests, die die Luftdichtigkeit eines Gebäudes prüfen und Aufschluss darüber geben, wo Wärme aus dem Gebäude entweicht.
Ein Energieberater kann auch eine thermografische Untersuchung durchführen. Bei dieser wird die Temperaturverteilung der Gebäudeoberflächen gemessen, um potenzielle Wärmelecks zu identifizieren.
Durch die Überprüfung der Wärmedämmung und die Identifizierung von Schwachstellen könnt ihr Maßnahmen ergreifen, um die Energieeffizienz eures Gebäudes zu verbessern und das Risiko von Schimmelbildung zu reduzieren.
2. Schaut nach potenziellen Baumängeln
Prüft die korrekte Ausführung aller Bauteile, die Einfluss auf das Raumklima und die Luftfeuchtigkeit haben – dazu zählen zum Beispiel Fensterrahmen, Dachflächenfenster und Rollladenkästen. Schon kleine Undichtigkeiten oder Wärmebrücken können hier zur Schimmelbildung beitragen.
Falls euch das nötige Fachwissen fehlt, holt euch Unterstützung – sei es durch eine handwerklich versierte Person aus dem Bekanntenkreis oder einen unabhängigen Bausachverständigen. Zwar entstehen für die professionelle Begutachtung zusätzliche Kosten, doch im Zweifelsfall kann sich diese Investition auszahlen – besonders, wenn spätere Sanierungen vermieden werden können.
3. Achtet auf die richtige Lüftung
Eine ausreichende Lüftung ist essentiell, um die Bildung von Schimmel im Haus zu vermeiden. Oft verleitet der Wunsch, Energie zu sparen, dazu, das Lüften zu vernachlässigen. Doch eine hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit warmer Luft kann eine ideale Voraussetzung für Schimmelbildung sein.

Regelmäßig Lüften
Sorgt stets für eine ausreichende Lüftung. Der Wunsch, teure Wärmeenergie einzusparen, verleitet oft zur Vermeidung regelmäßigen Lüftens. Die dann in den Innenräumen verbleibende Luftfeuchtigkeit ist in Verbindung mit warmer Luft eine ideale Voraussetzung für die Schimmelbildung.
Stoßlüften
Stoßlüften gewährleistet eine schnelle Zufuhr von Frischluft. Dauerhaft gekippte Fenster sorgen hingegen nicht für einen ausreichenden Wärmeaustausch und verursachen zudem einen unnötig hohen Energieverbrauch.
Lüftungsanlage
Plant beim Hausbau eine Lüftungsanlage mit ein. Sie ist ideal gegen Schimmelbildung und funktioniert durch den kontinuierlichen Austausch der Raumluft. Dabei wird frische Außenluft in den Wohnraum eingeführt und verbrauchte, feuchte Luft abgeführt.
Der kontinuierliche Luftstrom verhindert eine hohe Luftfeuchtigkeit, sodass der Schimmel gar keine Chance hat. Das Beste daran: Ihr müsst nichts tun.
Lüftungsanlagen können mit Feuchtigkeitssensoren ausgestattet werden, die die Luftfeuchtigkeit im Raum messen und die Lüftungsanlage automatisch anpassen. Dadurch habt ihr stets ein sehr gutes Raumklima. Ihr müsst lediglich darauf achten, dass eure Lüftungsanlage regelmäßig gewartet wird, damit die Wirksamkeit erhalten bleibt.
5 Vorteile einer Lüftungsanlage zur Schimmelprävention
✓ Automatischer Luftaustausch
✓ Immer optimales Raumklima
✓ Weniger manuelle Kontrolle nötig
✓ Keine Wärmeverluste beim Lüften
✓ Kombinierbar mit Feuchtigkeitssensoren
4. Richtig heizen im Winter
Eine gleichmäßige Beheizung eures Hauses ist entscheidend, um Temperaturschwankungen und damit Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden. Denn entstehen in einzelnen Räumen kühlere Zonen, kann sich dort Kondenswasser an Wänden oder Fenstern niederschlagen – ein idealer Nährboden für Schimmel.
Heizt daher möglichst alle Wohnbereiche gleichmäßig, um Temperaturunterschiede zu minimieren und die Luftfeuchtigkeit stabil zu halten. So reduziert ihr das Risiko von Kondensfeuchte und sorgt gleichzeitig für ein angenehmes Raumklima.
➥ 10 Tipps für richtiges Heizen im Winter
5. Wäsche nicht in Räumen trocknen
Feuchte Kleidung solltet ihr nicht in euren Räumlichkeiten trocknen, da dies zu einem Anstieg der Luftfeuchtigkeit und somit zur Förderung von Schimmelbildung führen kann. Es ist empfehlenswert, Wäsche draußen oder in einem gut belüfteten Raum zu trocknen.
Alternativ kann ein Trockner genutzt werden, der die Feuchtigkeit aus der Kleidung entfernt und so die Luftfeuchtigkeit im Raum nicht beeinflusst. Wenn eine Notwendigkeit besteht, Kleidung im Raum zu trocknen, sollte der Raum gut belüftet sein, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Hier kommt das eigenhändiges Lüften oder eine Lüftungsanlage wieder ins Spiel.
6. Verwendet einen Luftentfeuchter (sofern nötig)
Ein Luftentfeuchter kann helfen, die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen gezielt zu senken – und damit aktiv Schimmelbildung verhindern. Besonders in Räumen mit hoher Feuchtelast, etwa durch Duschen, Kochen, Pflanzen oder Wäschetrocknung, kann das Gerät sinnvoll sein.
Ideal ist es natürlich, wenn ihr durch richtiges Lüften, Heizen und bauliche Maßnahmen die Feuchtigkeit ohnehin im Griff habt. Doch wo das allein nicht ausreicht – zum Beispiel in fensterlosen Bädern oder schlecht belüfteten Kellern – kann ein Luftentfeuchter eine sinnvolle Unterstützung sein.
Beachtet beim Einsatz: Die Geräte sollten an den Bedarf angepasst und regelmäßig geleert und gereinigt werden, um dauerhaft wirksam zu bleiben.
Haftet der Fertighausanbieter bei Auftreten von Schimmel?
Innerhalb der Gewährleistungsfrist haftet der Fertighausanbieter für von ihm zu vertretende Mängel am Bauwerk. Denn ein von Schimmel befallenes Fertighaus eignet sich nicht zu der „vertraglich vorausgesetzten Verwendung“.
Schimmel am Fertighaus ist stets ein Sachmangel gemäß § 434 Absatz 1 BGB.

Die Dauer der Gewährleistungshaftung des Fertighausanbieters richtet sich danach, ob dem Kauf- bzw. Werkvertrag die „Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen“ (VOB/B) oder die Bestimmungen des BGB zugrunde gelegt wurden.
- Das BGB sieht bei Bauwerk-Mängeln eine Gewährleistungsfrist von fünf Jahren vor, während die VOB/B lediglich eine vierjährige Gewährleistung des Fertighausanbieters einräumen (§ 13 Absatz 4 Nr. 1 VOB/B). Die jeweilige Gewährleistungsfrist beginnt mit dem Datum der Bauabnahme, das im Abnahmeprotokoll festgehalten ist.
- Ab dem Zeitpunkt einer erfolgten Mängelrüge des Fertighauserwerbers sowie nach erfolgter Abnahme einer Mängelbeseitigungsleistung gilt nach VOB/B sogar nur eine auf zwei Jahre verkürzte Gewährleistungsfrist (§ 13 Absatz 5 Nr. 1 VOB/B).
- Bei Verträgen mit privaten Bauherren sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich die für Verbraucher günstigeren BGB-Bestimmungen zur Gewährleistung anzuwenden (Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24.07.2008, Aktenzeichen VII ZR 55/07).
Unabhängig davon, ob sich die Gewährleistung nach BGB oder nach VOB/B richtet, gelten folgende Beweislast-Regeln:
- Bis zur Abnahme des Fertighauses trägt der Fertighausanbieter die Beweislast dafür, dass er ein mangelfreies Fertighaus geliefert hat.
- Nach der Abnahme der Immobilie muss hingegen der Käufer bzw. der Bauherr beweisen, dass ein Mangel vom Fertighaushersteller zu vertreten ist.
Das sagt das Gesetz – kurz erklärt (bei § 434 BGB)
Schimmel = Sachmangel (§ 434 BGB) – Wird ein Fertighaus durch Schimmel unbewohnbar, liegt ein Sachmangel vor. Der Anbieter haftet im Rahmen der Gewährleistungsfrist – je nach Vertragsart bis zu 5 Jahre.
Die beste Lösung: Schimmel gar nicht erst entstehen lassen
Moderne Fertighäuser sind heute nicht anfälliger für Schimmel als Massivhäuser – vorausgesetzt, Planung, Bauausführung und Wohnverhalten stimmen. Vorbeugung ist dabei der wichtigste Schritt: Besonders eine gute Lüftung und korrekt eingestellte Haustechnik tragen entscheidend dazu bei, Feuchtigkeit gar nicht erst entstehen zu lassen.
Solltet ihr dennoch Schimmel entdecken, gilt: Sofort handeln – unabhängig vom Ausmaß. Lasst die Ursache professionell abklären und zieht bei gesundheitlichen Beschwerden unbedingt Fachleute hinzu.
Denkt außerdem an eure vertraglichen Gewährleistungsrechte: Bei rechtzeitiger Mängelanzeige kann euer Fertighausanbieter verpflichtet sein, die Schäden zu beseitigen.
Gut zu wissen: Bei einem neuen Fertighaus mit moderner Lüftung und sorgfältiger Ausführung ist das Risiko eines Schimmelproblems äußerst gering – und mit den richtigen Maßnahmen nahezu ausgeschlossen.
Bildquelle: © wabeno | stock.adobe.com
Hallo Steffen,
besten Dank für Ihren Zusatz. Eine Lüftungsanlage ist beim Neubau immer eine Überlegung wert, um für gute Luft zu sorgen und dem Schimmel keine Chance zu geben.
Viele Grüße vom BauMentor-Team.