Naturdämmstoffe für eine ökologische Wärmedämmung kommen im Fertighaus ebenso wie im Massivhaus zum Einsatz. Ziel es, durch den Einsatz die Umwelt zu schonen. Hinzu kommt, dass die meisten der Naturdämmstoffe einen entscheidenden Vorteil gegenüber der konventionellen Dämmung haben: Sie sind leicht. Was Sie sonst noch über die ökologische Wärmedämmung wissen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Wärmedämmung ist bei jedem Hausbau schon seit vielen Jahrzehnten eines der zentralen Themen. Auch der Gesetzgeber schreibt sie in der EnEV (Energieeinsparverordnung) vor.

Wer also ein neues Fertighaus errichtet, stößt dann schnell auf Naturdämmstoffe für eine ökologische Wärmedämmung. Gutes Material in exakter Verarbeitung dämmt dabei besonders gut, wovon vor allem auch das Fertighaus in den vergangenen Jahren profitiert hat.

Die Qualität der Dämmung von Fertighäusern muss sich vor der von Massivhäusern nicht verstecken. Naturdämmstoffe sorgen für ein gesundes Wohnklima. Es gibt also mehr als einen guten Grund, sie beim Hausbau einzusetzen.

Verschiedene Naturdämmstoffe für das Fertighaus

Die populärsten Dämmstoffe für eine ökologische Wärmedämmung, die gerade bei Fertighäusern verwendet werden, haben wir im Folgenden für Sie aufgelistet:

  • Flachs:
    • Dämmwert 0,04 bis 0,045 W/mK
    • Brandverhaltensklasse E
    • eignet sich bei geringen statischen Belastungen
    • stammt aus Europa (häufig Österreich)
    • ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit
    • ideal geeignet für Fenster, Fußböden, Decken,
    • benötigt gesundheitsschonende Flammschutzmittel
  • Kork:
    • Dämmwert 0,041 bis 0,050 W/mK
    • Brandverhaltensklasse E
    • kann als Korkfassade eingesetzt werden
    • resistent gegen Feuchtigkeit
    • unverkennbarer Eigengeruch
    • für Innenwände kaum geeignet, jedoch ideal als Trittschalldämmung
  • Holzfaser:
    • Dämmwert 0,039 bis 0,063 W/mK
    • Brandverhaltensklasse E
    • für innen und außen geeignet
    • sehr gesund
    • stammt aus Europa (Reste von Fichten- und Kiefernverschnitt)
    • guter Schallschutz
    • für Böden geeignet, zieht aber Feuchtigkeit an
  • Schafwolle:
    • Dämmwert 0,036 bis 0,045 W/mK (sehr gut)
    • Brandverhaltensklasse E
    • sehr gute Außendämmung
    • positive Öko-Bilanz
    • nur wenig Flammschutzmittel erforderlich
    • nimmt sehr viel Feuchtigkeit auf, daher auch zum Stopfen in Fugen geeignet
    • leider anfällig gegenüber Insektenbefall

Neben den oben genannten Naturdämmstoffen gibt es noch weitere alternative Materialien für den Fertighausbau. Zellulose aus Altpapier wäre einer davon. Sie kann in Verbindung mit Stroh problemlos eingesetzt werden. Beide Materialien sind günstig und effektiv, benötigen aber Flammschutzmittel.

Viele Bauherren von Niedrigenergiehäusern setzen auf Strohballenwände. Schilf und Lehm bieten ebenfalls eine schöne Kombination. Ihr großer Vorteil ist, dass sie zu 98 Prozent recycelbar sind. Auch trockenes Wiesengras ist eine Variante.

In den seltensten Fällen wird beim Hausbau nur ein Material eingesetzt. Die hohe Kunst der ökologischen Wärmedämmung besteht darin, den richtigen Materialmix zu finden, was von der Konstruktion des Hauses und der Ausrichtung einzelner Räume abhängt.

Vorteile und Nachteile der Naturdämmstoffe

Einige der Vorteile konnten Sie bereits dem vergangenen Abschnitt entnehmen. Das große Plus einer ökologischen Wärmedämmung liegt, wie der Name schon andeutet, in der Nachhaltigkeit der Materialien. Darüber hinaus erzeugen die Dämmstoffe ein gesundes Klima und sind oft leicht zu verbauen.

Auch für Heimwerker, die gerne basteln, gibt es einen positiven Aspekt: Naturdämmstoffe lassen sich vielfach sehr leicht zuschneiden und nachrüsten, was mit konventionellen Dämmstoffen oft nicht ganz so einfach ist.

Es gibt jedoch auch einige Nachteile, die Naturdämmstoffe mit sich bringen. Manche von ihnen ziehen schnell Feuchtigkeit an und verlieren dann einen Teil ihrer dämmenden Wirkung. Zudem sind die holz- und zellulosebasierten Naturdämmstoffe natürlich entflammbar. Dagegen helfen Flammschutzmittel, die einen wirksamen Schutz bieten.

Manche Naturdämmstoffe sind auch teurer als konventionelles Material. Der Kostenunterschied ist im Kontext des gesamten Hausbaus aber keinesfalls so groß, dass er abschreckend wirkt. Sie können also getrost von den Vorteilen Gebrauch machen, ohne allzu tief in den Geldbeutel greifen zu müssen.

Wie wirksam sind alternative Dämmstoffe?

Allgemein dämmen Naturdämmstoffe genauso gut wie synthetische Materialien, Schaumglas oder Hartschaum, deren Dämmwerte ebenfalls um 0,04 W/mK liegen. Es gibt allerdings einige spezielle konventionelle Dämmungen, die noch bessere Eigenschaften aufweisen. Diese sind teurer und werden nur bei bestimmten Szenarien verbaut.

Zudem werden immer neue Varianten entdeckt und entwickelt. Fragen Sie hierzu am besten bei Ihrem Fertighausanbieter nach, der Ihnen Auskünfte über die Verwendung der verschiedenen Dämmstoffe geben kann und stets auf dem neuesten Stand sein sollte.

Wenn Sie ein Fertighaus bauen möchten, dann macht es auf alle Fälle Sinn, sich ausgiebig mit Naturdämmstoffen zu beschäftigen und die ökologische Wärmedämmung der konventionellen vorzuziehen.

Bildquelle: Jan-Mallander | pixabay

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