Die Luftdichtheit beim Hausbau: Die Zugluft mit einfachen Mitteln ausschließen

luftdichtheit

In den eigenen vier Wänden möchten wir von der Kälte, der Feuchtigkeit und den Geräuschen rund ums Haus verschont bleiben. Doch nicht immer gelingt uns das: Selbst bei geschlossenen Türen und Fenstern kann Luft in die Räumlichkeiten dringen. Ein Umstand, der nicht alleine lästig ist, sondern der gleichfalls zu erhöhten Energiekosten führen dürfte. Ganz zu schweigen davon, dass damit eine lästige Schimmelbildung einhergehen kann. Wie also ist das Problem zu lösen?

Die Luft in den Räumlichkeiten kann einen spürbaren Effekt auf euch als Bewohner auslösen. Ist sie frisch und kalt, hat sie auf die anwesenden Personen vielleicht einen belebenden Effekt – aber so richtig wohlfühlen wird sich damit vermutlich niemand.

Das richtige Maß an frischer Luft ist somit wichtig. Das regelmäßige und vor allem optimale Lüften will daher gelernt sein. Doch nicht immer gelingt das nach Wunsch. Denn in einigen Gebäuden lassen sich nur mangelhaft luftdichte Stellen finden. Hier kann die Luft ungehindert eindringen, wertvolle Wärme zieht in die Außenbereiche.

Luftdichtheit – was ist das eigentlich?

Mit der Luftdichtheit wird definiert, wie gut das Haus gegen die Außenluft geschützt ist. Genügt das menschliche Empfinden einmal nicht, um undichte Stellen in der Dämmung ausfindig zu machen, so kommt der Blower-Door-Test zum Einsatz, auf den wir später konkreter eingehen.

Die Frage der Luftdichtheit mag bei modernen Gebäuden zudem nicht allzu sehr ins Gewicht fallen, kann aber bei Altbauten den Energieverbrauch erheblich beeinflussen. Spätestens bei der nächsten Sanierung sollte daher probiert werden, undichte Bereiche des Hauses künftig besser zu dämmen.

Welche Maßnahmen dafür erforderlich sind, lässt sich allerdings nur im Einzelfall beantworten. Doch mit welchen Konsequenzen ist eigentlich zu rechnen, wenn die Luftdichtheit nicht verbessert wird?

Die Gefahren geringer Luftdichtheit

Dringt Luft durch kleine Stellen mit schlechter Dämmung in das Haus, so wird der Effekt auf die Räumlichkeiten kaum oder gar nicht zu spüren sein. Im Winter wird in solchen Fällen ein wenig stärker geheizt, schon scheint das Problem gelöst.

Eine andere Ausgangslage ergibt sich indes, wenn ganze Bereiche des Hauses wie etwa die Dachkonstruktion eine unzureichende Dämmung aufweisen. Hier ist es kaum möglich, den Verlust an Wärme auszugleichen oder das Eindringen der kalten Luft zu vermeiden. Zumal durch die undichten Stellen immer auch der Lärmpegel erhöht wird. Neben der reinen Luft gelangen schließlich Geräusche aus den Außenbereichen in das Gebäude.

Nicht selten sind undichte Stellen in der Dämmung auch die Ursache für die Ausbreitung eines hartnäckigen Schimmelpilzes. Eine Gefahr, die nicht unterschätzt werden darf: Vor allem Fotos, Bücher und elektronische Geräte können durch die hohe Luftfeuchtigkeit stark beschädigt oder sogar gänzlich zerstört werden.

Vorteile einer guten Luftdichtheit

Übrigens sollte nicht alleine an jene Güter gedacht werden, die sich in den Zimmern befinden. Eindringende Luft und die darin gebundene Feuchtigkeit können zugleich auf den Wandaufbau oder das Mauerwerk einwirken und dort abermals ihre schädigende Kraft ausspielen. Ist die Bausubstanz allerdings erst einmal angegriffen, drohen langwierige und teure Sanierungsmaßnahmen – sofern überhaupt noch etwas zu retten ist.

Wer sich gegen den Schimmel wappnen möchte, sollte das Haus daher immer auch auf undichte Stellen überprüfen. Werden diese etwa mit dem Blower-Door-Test ausfindig gemacht und künftig behoben, sinkt nicht alleine die Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Vielmehr wird damit ebenso für ein gutes – und vor allem gesundes – Klima in den Zimmern gesorgt.

Ein Umstand, der zudem weitere Vorteile auslöst: So kann die Temperatur in den Räumen angenehm warm bleiben, ohne dass zusätzlich geheizt werden muss. Auf diese Weise sinken die Energiekosten, wodurch sich die Ausgaben zur Schließung der undichten Stellen schon bald refinanzieren.

Doch nicht alleine die Haushaltskasse wird entlastet. Durch das Einsparen an Energie wird gleichfalls ein wertvoller Beitrag zum Schutz der Umwelt geleistet.

Wenn ihr eure Wohnung oder euer Haus auf undichte Stellen in der Dämmung überprüfen möchtet, kommt ihr somit in den Genuss mehrerer Vorteile. Übrigens muss es nicht einmal schwierig sein, die Ursachen einer allzu schlechten Luftdichtheit mit ein wenig Gefühl zu erkennen – wo das nicht genügt, da hilft der Blower-Door-Test.

Wo lassen sich unzureichend luftdichte Stellen des Hauses finden?

Trotz bester Sorgfalt beim Hausbau lassen sich kleinste Ungenauigkeiten oft nicht vermeiden. Zumal immer damit gerechnet werden muss, dass Risse in den Baumaterialien sogar zu einem späteren Zeitpunkt noch auftreten können.

Grundlegend werden zwei Bereiche im Gebäude definiert, die zu Mängeln in der Luftdichtheit führen können. Einerseits sind hierbei alle Wanddurchbrüche zu beachten: Fenster, Türen oder Kamin- und Schornsteinöffnungen kommen dabei ebenso wie Rohr- und Kabelwege in Betracht.

Aber auch alle Installationen, die im Energie- und Sanitärbereich vorgenommen werden, können mögliche Schwachstellen sein. Nicht zuletzt ist auf jeden in die Wand geschlagenen Nagel hinzuweisen, durch den der Innenputz beschädigt wird.

Andererseits lassen sich ungenügend luftdichte Bereiche im Haus vor allem in der Dachkonstruktion ausfindig machen. Zwar wird hier mit kräftigen Balken, mit gut dämmenden Geweben und mit stabilen Ziegeln gearbeitet. Doch kleinste Ritzen können kaum vermieden werden, durch die anschließend die Luft eindringt.

Zu achten ist darüber hinaus auf die Gauben, da diese oft nur unzureichend verschlossen sind. Übrigens wird unter dem Dach vermutlich nicht der Blower-Door-Test oder ein ähnliches Verfahren benötigt, um die Luftdichtheit zu überprüfen: Im Vergleich zu den sonstigen Räumen des Hauses wirkt es hier meist etwas luftiger und frischer. Auch an der Balkenkonstruktion befindlicher Schimmel weist darauf hin, dass Zugluft und die darin enthaltene Feuchtigkeit hier ungestört zirkulieren.

Der Blower-Door-Test kurz vorgestellt

Genügt das menschliche Empfinden nicht, um mangelhaft luftdichte Stellen im Haus ausfindig zu machen, kommt zumeist der Blower-Door-Test zum Einsatz. Gemessen wird damit die Luftaustauschrate zwischen den Innen- und Außenbereichen des Gebäudes. Entscheidend dabei ist, dass bei diesem Verfahren je nach Zustand und Alter des Baus sowie des darin genutzten Energiekonzeptes ein bestimmter Messwert nicht überschritten wird.

Welcher Wert einzuhalten ist, muss im Vorfeld individuell ermittelt werden. Grundsätzlich gilt jedoch: Je geringer die Luftaustauschrate beim Blower-Door-Test ausfällt, desto besser ist das Gebäude isoliert. Hohe Zahlen sind dagegen ein erstes Anzeichen, dass die Luftdichtheit des Hauses künftig verbessert werden muss. Hier fallen somit weitere notwendige Maßnahmen an.

Unzureichend luftdichte Stellen spürt der Blower-Door-Test indes nur auf, wenn er korrekt ausgeführt wird. Dafür wird im Bereich der Haustür ein Ventilator so eingesetzt, dass an ihm keine Luft vorbeiströmen kann. Im Gebäude werden alle Innentüren geöffnet, sämtliche Fenster bleiben geschlossen.

Im ersten Schritt wird durch den Ventilator Luft aus dem Haus gesaugt, im zweiten Schritt wird Luft hineingelassen. In dem rund drei Stunden andauernden Verfahren wird ermittelt, welche Arbeitsleistung der Ventilator in jedem der genannten Schritte aufweisen muss, um im Haus einen Luftdruck von 50 Pascal zu erzeugen.

Der Blower-Door-Test unterliegt bestimmten Regeln. Werden diese missachtet, gilt der dabei gewonnene Wert nicht mehr als realistisch. So wird er etwa nicht bei starken Winden und Unwettern durchgeführt.

Maßnahmen zur Verbesserung der Luftdichtheit

Nach einem Blower-Door-Test oder allgemein im Rahmen einer Sanierung stellt sich somit oft die Frage, wie sich unzureichend luftdichte Stellen des Hauses denn künftig besser dämmen lassen. Eine pauschale Antwort darauf gibt es leider nicht wirklich. Vielmehr muss im Einzelfall ermittelt werden, welche Maßnahmen zum Ziel führen.

Bei geringen Mängeln in der Wand – erinnert sei an das Loch, in dem der Nagel steckte – sollte es bereits genügen, undichte Bereiche mit einer Spachtelmasse zu verschließen. Gröbere Schwachstellen im Mauerwerk können dagegen mit Rigipsplatten gedämmt werden. Kabel- und Rohrwege lassen sich zudem mit Bauschaum schließen – nur um einige Beispiele zu nennen.

Doch derlei Tricks reichen natürlich nicht aus, um die Luftdichtheit im Gebäude allgemein zu verbessern. Im Dachbereich werden daher isolierende Gewebebahnen verlegt, um ein Eindringen von Luft und Feuchtigkeit zu erschweren.

Die Innenwände werden dagegen mit einem luftdichten Putz bedeckt. Auch hier ist das vorherige Anbringen eines dämmenden Stoffes auf der Wand möglich, um den gewünschten Effekt zu erhöhen. Die dafür in Betracht kommenden Putzmaterialien sind meist mineralischen Ursprungs. Üblicherweise verfügen sie über besonders gute Eigenschaften in der Dämmung.

Wie aber fallen eure Erfahrungen zur Luftdichtheit im Gebäude aus: Habt ihr euch mit diesem Thema bereits auseinandersetzen müssen? Und vor allem: Wie habt ihr unzureichend luftdichte Stellen geschlossen?

Bildquelle: Devanath | pixabay.de

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