Die Brennwerttechnik ermöglicht es Heizkesseln, neben der eigentlichen Verbrennungswärme auch einen Teil der im Abgas enthaltenen Wärme zu nutzen. Dazu werden die Abgase so weit abgekühlt, dass der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert. Die dabei freiwerdende Wärme wird zusätzlich an das Heizsystem übertragen.
Wie funktioniert die Brennwerttechnik?
Bei der Verbrennung von beispielsweise Erdgas oder Heizöl entsteht Wasserdampf. Ältere Heizkessel führen diesen zusammen mit den heißen Abgasen über den Schornstein ab. Ein Brennwertkessel kühlt das Abgas dagegen in einem Wärmetauscher stärker ab und nutzt die bei der Kondensation freiwerdende Wärme.
Damit der Brennwerteffekt möglichst gut funktioniert, sind ausreichend niedrige Rücklauftemperaturen des Heizsystems erforderlich. Flächenheizungen oder entsprechend dimensionierte Heizkörper können dafür günstige Voraussetzungen bieten.
Kann der Wirkungsgrad über 100 Prozent liegen?
Bei Brennwertgeräten finden sich teilweise Wirkungsgradangaben von mehr als 100 Prozent. Dabei handelt es sich nicht um eine Energiegewinnung aus dem Nichts. Diese Werte entstehen durch die frühere Berechnung auf Grundlage des Heizwerts, der die Kondensationswärme nicht berücksichtigt. Bezogen auf den Brennwert liegt der Wirkungsgrad unter 100 Prozent.
Welche Bedeutung hat Brennwerttechnik heute?
Brennwerttechnik kommt unter anderem bei Gas-, Öl- und bestimmten Biomasseheizungen zum Einsatz. Sie nutzt den eingesetzten Brennstoff effizienter als ältere Heizwertkessel, macht fossile Heizsysteme jedoch nicht klimaneutral.
Plant ihr heute eine neue Gas- oder Ölheizung, solltet ihr deshalb neben Anschaffungs- und Brennstoffkosten auch die langfristigen gesetzlichen Anforderungen berücksichtigen. Das seit Juli 2026 geltende Gebäudemodernisierungsgesetz sieht schrittweise steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe vor. Weitere Hintergründe findet ihr in unserem Beitrag zum Heizungsgesetz 2026 und zu fossilen Energieträgern zum Heizen.