Eigenes Badezimmer für Kinder – worauf ist zu achten?

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Obwohl das Bad der vielleicht wichtigste Raum im Haus oder in der Wohnung ist, entspricht dieser meist nicht dem Bedarf von Kindern. Rutschige Fliesen und Badematten, ungesicherte Steckdosen sowie Bademöbel mit Ecken und Kanten erhöhen die Unfallgefahr und machen die selbstständige Badnutzung unmöglich. Ein Kinderbadezimmer hingegen bietet dem Nachwuchs viele Vorteile und ist auch aus pädagogischen Aspekten sinnvoll.

Wann lohnt sich ein eigenes Kinderbadezimmer?

Grundsätzlich lohnt sich ein Kinderbadezimmer immer. Auch in Häusern und Wohnungen mit geringem Platzangebot kann ein eigenes Badezimmer für Kinder geplant werden. Ein Kinderbadezimmer kann direkt bei der Bauplanung berücksichtigt, aber auch später nachträglich geplant werden. In den meisten Fällen bestehen auch bei einem Altbau, während einer Renovierung oder Sanierung noch Möglichkeiten, ein kindgerechtes Badezimmer zu integrieren.

Dabei muss es sich nicht um einen großen Baderaum handeln. Für ein Kinderbadezimmer genügt oft eine kleine Fläche. Damit eure Kleinen auch in der Dunkelheit den Weg zur Toilette finden, sollte sich das Kinderbad möglichst in der Nähe zum Kinderzimmer befinden. Kinder werden schneller selbstständig, wenn sie viele Dinge alleine machen und die Verantwortung dafür übernehmen können.

Safety first gilt auch im Badezimmer! Ungeahnte Fallen stellen ein Sicherheitsrisiko für eure Kinder dar und machen die eigenständige Benutzung von Waschbecken, Toilette und Dusche nahezu unmöglich. Deshalb sollte ein eigenes Badezimmer für Kinder sicher, bequem und vor allem kindgerecht sein!

Worauf ist bei der Planung zu achten?

Bei der Planung eines Kinderbadezimmers sollte auf einige Details geachtet werden. Wichtig sind beispielsweise:

  • rutschhemmende Bodenbeläge
  • kindersichere Steckdosen
  • Fliesenaufkleber
  • höhenverstellbare Waschtische und Toiletten
  • vorgezogene Armaturen
  • bodenebene Dusche oder Badewanne mit Tür
  • Möbel mit abgerundeten Ecken und Kanten
  • zweiter Waschtisch bei mehreren Kindern
  • Duschbadewanne, um Platz zu sparen
  • Waschtischarmatur für die ganz Kleinen

Da Kinder ständig in Bewegung sind, solltet ihr vor allem im Bad auf rutschfeste Böden achten, um Unfällen vorzubeugen. Als besonders praktisch und leicht zu reinigen erweisen sich Fliesen als Fußbodenbelag im Kinderbadezimmer. Jedoch sollte es sich dabei nicht um herkömmliche Badezimmer-Fliesen, sondern um Fliesen mit spezieller Rutschhemmung handeln.

Spezialfliesen weisen eine angeraute oder profilierte Oberfläche auf, sodass das Risiko, auf den Fliesen auszurutschen, erheblich reduziert werden kann. Im Kinderbadezimmer sollten möglichst kleine Fliesenformate verwendet werden. Dadurch erhöht sich die Fugenbreite und dadurch auch die Rutschfestigkeit. Eine weitere Möglichkeit, für Sicherheit im Bad zu sorgen, sind rutschfeste Badematten. Außerdem könnt ihr die Badteppiche mit einem zusätzlichen Gleitschutz verstärken oder Fliesenaufkleber verwenden, die wieder entfernt werden können, wenn die Kinder alt genug sind.

Wenn Kinder mit im Haus leben, sollten grundsätzlich alle Räume mit kindersicheren Steckdosen ausgestattet werden. Kindersicherungen für Steckdosen findet ihr in den Baumärkten. Die Plastikaufsätze werden einfach in die Steckdosen eingesetzt. Da die Kontaktbuchsen durch die Kindersicherung abgedeckt werden, wird verhindert, dass sich euer Nachwuchs durch elektrische Schläge verletzten könnte.

Eine gute Kindersicherung für das Badezimmer sollte so robust sein, dass diese nicht beschädigt werden kann. Wichtig ist zudem die gute Haltbarkeit an der Steckdose. Achtet daher auf Qualität, damit die Sicherung nicht ihre Klebkraft verliert und aus der Steckdose herausfällt. Mittlerweile gibt es einige Alternativen zu den einsteckbaren Sicherungen, wie etwa mit einem Schlüssel abschließbare Steckdosen-Sicherungen sowie Sicherungen mit Klappdeckel.

Die notwendige Sicherheit im Kinderbadezimmer

Kleine Kinder haben oft Mühe das Waschbecken zu erreichen oder eine Toilette, die für Erwachsene konzipiert ist, zu benutzen. In ein Kinderbadezimmer gehören daher höhenverstellbare Waschtische und Toiletten, die mitwachsen. Alternativ können auch Steighilfen eingeplant werden, die das Kind nutzen kann. Vorgezogene Armaturen am Waschbecken haben den Vorteil, dass die Waschgelegenheit für Kinder leichter zu erreichen ist. Somit lernt der Nachwuchs, sich die Hände alleine und ohne eure Unterstützung zu waschen.

Im Kinderbadezimmer bietet sich eine bodenebene Dusche an. So wird das Duschvergnügen nicht zur Stolperfalle und eure Kinder können jederzeit duschen, auch wenn ihr nicht in der Nähe seid. Eine bodengleiche Dusche lässt sich praktisch in jedem Badezimmer integrieren. Allerdings solltet ihr eure Wünsche frühzeitig mit dem Bauplaner oder dem Architekten besprechen. Auf diese Weise können der Bodenaufbau sowie die Lage der Abflüsse gleich mit eingeplant werden. Beim Plantschen in der Wanne sorgt eine Badewanne mit Tür für die notwendige Sicherheit. Wenn nur wenig Fläche zur Verfügung steht, kann eine platzsparende Duschbadewanne installiert werden.

Worauf kommt es bei der Badezimmer-Ausstattung an?

Im eigenen Badezimmer für Kinder sollte ausreichend Stauraum vorhanden sein, um Badetücher, Handtücher, Seife, Shampoo und andere Hygieneartikel unterzubringen. Häufig weisen Badmöbel jedoch scharfe Ecken und Kanten auf oder enthalten sogar Metallteile, an denen sich eure Kinder verletzen können. Sicherer sind hingegen Möbel mit abgerundeten Ecken und Kanten, an denen sich die Kleinen weniger leicht stoßen.

Kinderhaut ist dünner und wesentlich empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Unter ungünstigen Umständen kann heißes Wasser aus dem Wasserhahn zu erheblichen Verbrennungen führen. Deshalb ist es wichtig, Vorkehrungen gegen Verbrühungen zu treffen. Vor zu heißem Wasser oder zu heißen Armaturen könnt ihr eure Kinder schützen, indem ihr Bad-Armaturen mit Verbrühschutz installiert, deren Oberfläche kühl bleibt. Auch Thermostatarmaturen können eine Lösung für das Kinderbadezimmer sein, da diese dafür sorgen, dass sich das Wasser nur bis zu einer bestimmten Wassertemperatur aufheizt.

Wenn sich mehrere Kinder ein Waschbecken teilen müssen, wird es öfter Streit geben. Meist passt ein zweiter Waschtisch ins Badezimmer, sodass unnötige Wartezeiten beim Händewaschen vermieden werden können. Damit das Waschbecken schon von den ganz Kleinen genutzt werden kann, solltet ihr die Waschtischarmatur in der richtigen Höhe anbringen. Weitere Hilfsmittel, die eine kindgerechte Badezimmernutzung ermöglichen, sind die Wasserhahnverlängerung für das Waschbecken und der Tritthocker für das WC.

Welche weiteren Tipps für das eigene Kinderbadezimmer gibt es?

Eine ausreichende Beleuchtung ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor, den ihr bei der Planung eures Kinderbadezimmers berücksichtigen solltet. Damit der Nachwuchs auch nachts den Weg zur Toilette findet, sollte der Lichtschalter in leicht erreichbarer Höhe angebracht werden. Bei Bedarf können zwischen Kinderzimmer und Kinderbad zusätzlich Bewegungsmelder installiert werden.

In einem kinderfreundlichen Badezimmer stehen Sitzgelegenheiten, etwa eine Bank oder ein Hocker, bereit. Dadurch können mehrere Kinder gleichzeitig den Badraum nutzen. Während ein Kind mit Zähneputzen beschäftigt ist, kann sich das andere anziehen oder sich die Haare kämmen.

Meist ist eine Badeinrichtung für Erwachsene gemacht, während Wasserhähne, Toilettenspülung und Dusche für Kinderhände nicht immer einfach zu bedienen sind. Damit euer Nachwuchs vom Kinderbadezimmer profitieren kann, sollten die technische Badeinrichtung sowie die Badezimmermöbel einfach zu bedienen, leicht zu öffnen und zu schließen sein.

Fazit

Ein eigenes Badezimmer für Kinder hilft dem Nachwuchs dabei, selbstständig zu werden. Morgendliche Wartezeiten werden vermieden, indem Kinder ihren Baderaum und nicht das Bad der Erwachsenen nutzen. Das Kinderbadezimmer hat somit einen echten Mehrwert für das Familienleben.

Bildquelle: © Suzi Media | stock.adobe.com

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