Die besten Tipps für mehr Behaglichkeit im Eigenheim 

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Behaglichkeit ist ja bekanntlich eine sehr persönliche und individuelle Angelegenheit, die nicht nur von der Umgebung, sondern auch von spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen abhängig ist. Hier spielen vor allem die Art der in den Räumlichkeiten ausgeübten Tätigkeit sowie die allgemeine seelische und körperliche Verfassung der Hausbewohner eine entscheidende Rolle. Worauf ihr als angehende Bauherren achten müsst, um mehr Behaglichkeit in euer Eigenheim zu zaubern, verraten wir euch in diesem Beitrag.

Was ist thermische Behaglichkeit?

Oftmals verbringen sehr viele berufstätige Menschen mehr als 20 Stunden pro Tag in geschlossenen Räumlichkeiten. Daher ist behagliches Wohnen keinesfalls zu vernachlässigen. Ein eingeschränktes Wohlbefinden aufgrund zu kalter oder falsch geheizter Räume wirkt sich langfristig negativ auf die Lebensqualität aus. Ebenso verhält es sich mit optimaler Leistungsfähigkeit, welche durch entsprechende Räumlichkeiten entweder positiv oder negativ beeinflusst wird.

Der Fachbegriff „thermische Behaglichkeit“ beschreibt das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden aufgrund mehrerer Faktoren, die als Raumwärme wahrgenommen werden. Zu diesen zählen:

  • die Geschwindigkeit von Luftbewegungen, was zumeist als „Luftzug“ empfunden wird
  • der prozentuale Anteil von Feuchtigkeit in der Luft
  • die Temperatur der Zimmerwände

Selbstverständlich fühlen sich nicht alle Menschen unter denselben Bedingungen wohl. Allerdings liefert die technische Gebäudeplanung hier einige Anhaltspunkte, um behagliches Wohnen genauer messen und somit auch gewährleisten zu können.

1. Temperatur und Luftfeuchtigkeit austarieren

Grundsätzlich kann von thermischer Behaglichkeit gesprochen werden, wenn ihr in eurem Eigenheim weder friert noch schwitzt. Je nach Jahreszeit oder Aktivität und der daraus resultierenden Bekleidung kann die optimale Raumtemperatur ein wenig variieren. Behagliches Wohnen ist am ehesten bei einer Raumlufttemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 45 bis 50 Prozent zu erreichen.

2. Tageslichteinfall optimal planen

Eine weitere wesentliche Voraussetzung für mehr Behaglichkeit ist die bestmögliche Nutzung von natürlichem Licht. Denn nur bei ausreichender Zufuhr von Tageslicht kann der Körper das Hormon Serotonin produzieren und sich auf Höchstleistungen vorbereiten. Sowohl eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit als auch die nötige Behaglichkeit, um sich sorgenfrei entspannen zu können, beruhen auf einer wohldurchdachten Tageslichtnutzung. Sollten zu große Abweichungen zu optimalen Bedingungen bestehen, kann dies bei sensiblen Personen zu Unwohlsein, Kopfschmerzen und Übelkeit führen.

3. Temperaturunterschiede innerhalb der Räumlichkeiten beachten und ausgleichen

Zu große Unterschiede bei der Temperatur der Raumluft führen zu Zugerscheinungen, welche viele Personen als ungemütlich empfinden. Das bedeutet für angehende Bauherren eine genaue Planung der Raumaufteilung sowie die richtige Wahl bei den Baumaterialien und Tapeten. Allgemein gilt, dass die Differenz zwischen Wandtemperatur und Raumluft nicht mehr als vier Grad Celsius betragen sollte. Des Weiteren ist es sinnvoll darauf zu achten, den Temperaturunterschied zwischen Kopfhöhe und Fußboden auf 3° C zu begrenzen.

4. Anordnung der Heizkörper

Die gezielte Auswahl passender Heizsysteme und eine wohlüberlegte Anordnung der jeweiligen Heizkörper können mehr Behaglichkeit im Eigenheim herbeiführen und gleichzeitig unnötiges Heizen verhindern. Heizkörper sollten daher beispielsweise an kühleren Außenwänden und unterhalb von Fenstern bzw. in unmittelbarer Nähe von Fensterflächen installiert werden. Dies schafft Ausgleich zwischen Wandoberflächen und Raumluft und verhindert starke Luftbewegungen.

5. Fußbodenheizung

Mehr Behaglichkeit entsteht darüber hinaus durch den Einbau einer Fußbodenheizung. Diese schafft einen wohlig warmen Boden und strahlt ihre Wärme stetig in den Wohnraum ab. Eng verlegte Rohrschleifen in Außenbereichen helfen dabei, die Temperaturdifferenz zwischen Raumluft und Wandoberflächen zu verringern. Auf diese Weise wird mehr Wärme abgestrahlt, für eine gleichmäßigere Verteilung der Heizungswärme und weniger Luftbewegung gesorgt. Viele Häuslebauer konnten dadurch die Grundwärme sogar um ein bis zwei Grad reduzieren, ohne dass dies zu negativen Auswirkungen auf die Gemütlichkeit führte. Berechnungen zufolge können pro Grad, das ihr weniger heizt, ungefähr sechs Prozent an Heizkosten gespart werden.

Mehr Behaglichkeit durch effektive Dämmung

Ein ungedämmtes Dach lässt rund dreißig Prozent der Heizwärme im Winter einfach nach außen entweichen. Eine fachgerechte Dämmung eures Daches gehört daher zur absoluten Grundausstattung und ist eine der effektivsten Möglichkeiten, sowohl mehr Behaglichkeit zu bewerkstelligen, als auch bei den Heizkosten zu sparen.

Außerdem sind nicht ausreichend oder gar nicht gedämmte Außenwände eine erhebliche Schwachstelle bei der Regulierung von Raumtemperaturen. Gedämmte Fassaden können euch dabei helfen, ca. zwanzig Prozent an Energie einzusparen. Als Dämmstoffe werden hauptsächlich Mineralwolle und Styropor verwendet. Letzteres eignet sich allerdings nicht zur Untersparrendämmung, da dies den Feuchtigkeitsaustausch behindert.

Für ein behagliches Raumklima ist es unerlässlich, dass Zimmer im Winter angenehm warm sind, im Sommer allerdings nicht zu sehr aufheizen. Wärmeschutz wird am ehesten durch eine hohe Dämmdicke erreicht. Darüber hinaus gilt es, Wärmebrücken zu vermeiden, welche dazu führen, dass Heizungswärme entweicht. Um jedoch auch für den Sommer vorzusorgen, solltet ihr auf einen wirksamen Hitzeschutz bei der Dämmung eures Daches achten.

Anstelle von Folien könnt ihr Holzwerkstoffe verwenden, welche die Voraussetzungen für einen effizienten Hitzeschutz umfassender erfüllen. Die durch die Sonneneinstrahlung entstandene Hitze wird vorübergehend vom Holz aufgenommen und erst einige Zeit später an die Umgebung abgegeben. Die Absenkung von Höchsttemperaturen auf der Außenfläche des Daches wird dadurch erreicht, dass Dämmplatten aufgrund ihrer hohen Speicherkapazität diese Energie aufnehmen und nur langsam wieder abgeben.

Fensterfronten sollten grundsätzlich immer über einen Lichtschutz verfügen. Dies können entweder fest verankerte Fensterläden sein, die auch optisch sehr ansprechend wirken. Mit Markisen, Jalousien, Rollos sowie Vorhängen könnt ihr euch auch nach und nach für den passenden Sonnenschutz entscheiden.

Darüber hinaus ist es ratsam, bei Dachfenstern darauf zu achten, dass diese über eingebaute Rollos bzw. Jalousien verfügen, die an sehr sonnigen Tagen unbedingt geschlossen werden sollten. Andernfalls heizen sich gerade Dachzimmer sehr schnell auf, was unter Umständen zu Schlafstörungen und Kreislaufbeschwerden führen kann.

Regulierung von Akustik und Schallschutz

Um Behaglichkeit in eurem Eigenheim herzustellen, bedarf es allerdings nicht nur einer stabilen Raumtemperatur. Ebenso wichtig ist die richtige Balance zwischen Klang und Stille. Geräusche können oft sehr belastend sein. Es ist daher ratsam, vor dem Grundstückserwerb die Nachbarschaft auf mögliche Lärmquellen zu untersuchen. Des Weiteren solltet ihr die eigenen vier Wände so gestalten, dass geräuschvolle Hobbys ausgelebt werden können, ohne den Frieden mit den Nachbarn oder innerhalb der Hausgemeinschaft zu gefährden.

Schallschutz bezieht sich also nicht nur auf die Reduktion des Schallpegels, welcher von außen in euer Haus dringt, sondern integriert gleichermaßen die unterschiedliche Freizeitgestaltung der Familienmitglieder. Holzbalkendecken können mithilfe einer Unterbekleidung in ihrer Resonanz gedämpft werden, um die Gehbewegungen aus oberen Stockwerken abzufedern. Weitere Optionen bieten Trittschalldämmplatten, Elemente aus Trockenestrich oder aber Deckenbeschwerungen.

Eine durchdachte Raumakustik ist vor allem dann unerlässlich, wenn ihr offene Räume plant, die über große Fensterflächen verfügen, sparsam möbliert sind und mit Bodenbelägen ausgestattet sind, die wenig Schall absorbieren. In solchen Räumen entstehen lange Nachhallzeiten, die auf Dauer nicht nur das Gefühl der Behaglichkeit verringern, sondern regelrecht belastend wirken können. Sowohl Dachschrägen als auch Decken lassen sich mithilfe spezifischer Bekleidungen ausstatten. Zudem können sogenannte Akustikbilder oder Akustiksegel zu einer maßgeblichen Abmilderung unerwünschten Halls beitragen.

Frische und geruchsneutrale Raumluft durch die Nutzung von Lüftungsanlagen

Auf das Gefühl der Behaglichkeit kann sich auch die Qualität der Raumluft auswirken. Denn Luft sollte nicht nur genügend Sauerstoff enthalten, sondern geruchsneutral sein, um einen frischen und angenehmen Eindruck zu erzeugen. Intensive Gerüche können trotz perfekter Temperatur und Feuchtigkeit einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden haben.

Als Richtwert für einen optimalen Luftwechsel in herkömmlichen Wohnräumen gelten dreißig Kubikmeter Außenluft pro Person pro Stunde. Das heißt, dass die gesamte Raumluft regelmäßig ausgetauscht werden sollte. Das Lüftungsverhalten beeinflusst also nicht nur Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sondern vor allem die Qualität der Raumluft.

Dass frische Luft nicht nur gesund ist, sondern regelmäßiges Stoßlüften das Raumklima verbessert, ist natürlich kein Geheimnis. Leider ist die Luft im Winter sehr kalt und trocken, was dazu führt, dass bereits durch kurzzeitiges Lüften die Temperatur in Innenräumen empfindlich sinkt. Wärmetauscher in Lüftungsgeräten filtern die kalte Luft und erwärmen sie dabei. Auf diese Weise verliert die Raumluft einen erheblichen Teil der in ihr enthaltenen Feuchtigkeit. Die Vorteile solcher Geräte liegen auf der Hand:

  • Die Luftfeuchtigkeit sinkt nicht unter 40 Prozent.
  • Allergiker können auf spezielle Pollenfilter zurückgreifen.
  • Es entsteht kaum Energieverlust und eure persönliche Wohlfühltemperatur bleibt erhalten.

Fazit

Um für mehr Behaglichkeit im Eigenheim zu sorgen, gilt es mehrere wichtige Schritte zu beachten. Einige davon sollten gleich bei der Planung berücksichtigt werden. Dies ist bei der Anordnung und Ausrichtung der Fenster der Fall. Über die Auswirkungen unterschiedlicher Arten von Dach- und Fassadendämmung solltet ihr euch ebenfalls unbedingt vor Baubeginn unterrichten lassen.

Der Heizungstyp und die Befestigungsorte von Heizkörpern beeinflussen direkt euer Wohlbefinden. Geräuschpegel müssen vor allem dann ins Auge gefasst werden, wenn ihr mit hohen, offenen Räumen plant und auf schallschluckende Teppiche verzichten wollt. Wie bei allen einschneidenden Veränderungen gilt auch beim Hausbau: Informiert euch sorgfältig und wählt, was zu euch passt.

Bildquelle: © kalim | stock.adobe.com

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