Bidet oder Dusch-WC: komfortable Hygienelösungen für jeden Bedarf

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Die Wahl zwischen Bidet oder Dusch-WC ist vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks, denn die Reinigungsfunktion ist bei beiden Varianten ähnlich gut. Aus Platzgründen sind Dusch-WCs für Haushalte mit kleinen Bädern interessanter. Eure Füße könnt ihr darin allerdings nicht waschen.

Bidet oder Dusch-WC: eine Frage der Prioritäten

Toiletten mit Duschfunktion sind eine der interessantesten Innovationen der letzten Jahre, aber nicht völlig neu. Während die Sanitäreinrichtungen in den USA, Japan, Korea und der Türkei schon länger verbreitet sind, taten sich die Deutschen damit viel schwerer.

Gründe sind hauptsächlich in den unterschiedlichen kulturellen Vorstellungen zu suchen. In der Schweiz verfügt bereits jeder zehnte Bewohner über ein Dusch-WC (synonym für Toiletten-Bidet).

Auch bei uns wünschen sich immer mehr Menschen Komplett-Hygiene beim Toilettengang zuhause. Mit einem Prozent der Bevölkerung liegt Deutschland bei der Ausstattung trotzdem noch weit hinten. Einrichtungsexperten sehen im Dusch-WC jedoch die Zukunft.

Dusch-WCs: zwei Grundvarianten mit diversen Zusatzausstattungen

Das erste Keramik-Dusch-WC erfand ein Schweizer Tüftler bereits 1957. Heute sind zahlreiche Hersteller am Markt vertreten und bieten Toiletten-Bidets als Aufsätze oder komplette Keramikmodelle an.

Einen Aufsatz montiert ihr wie einen ganz normalen WC-Sitz. Das komplette Dusch-WC wird wie eine neue Toilette installiert. Ihr benutzt es auch wie eine herkömmliche Toilette.

Nach dem Toilettengang reinigt ihr den Intimbereich mit Wasser, dessen Temperatur und Strahlstärke wählbar sind. Der Wasserstrahl lässt sich also sanft einstellen, was vielen Senioren wichtig ist. Sehr komfortable Modelle besitzen eine beheizbare und höhenvorstellbare WC-Brille.

Die neuesten Modelle erlauben sogar die Einstellung verschiedener Nutzerprofile. Diese Funktion ist für Haushalte mit mehreren Generationen ideal. Andere komfortable Features wie Beleuchtung oder automatische Öffnung des Deckels sind ebenfalls erhältlich.

Sofern das Toiletten-Bidet keine Selbstreinigungsfunktion hat, müsst ihr es vermutlich etwas gründlicher putzen als eine „Standard-Toilette“. Es besteht nämlich aus mehreren Einzelteilen. 

Ein Dusch-WC einbauen: leichter als gedacht

Mit ein wenig Geschick und Heimwerkererfahrung lässt sich ein Dusch-WC durchaus selbst einbauen. Ihr benötigt den gleichen Platz wie für eine Toilette, ferner einen Kaltwasseranschluss und einen Stromanschluss. Nutzt ihr einen Aufputz-Spülkasten, wird einfach ein T-Stück an das Eckventil angeschlossen.

Das Eckventil eines Unterputz-Spülkastens befindet sich hinter der Platte, an der der Spülhebel befestigt ist. Die Platte lässt sich relativ leicht anheben und herausklappen. Jetzt braucht ihr nur noch die Blende entfernen.

An das dortige Eckventil wird ein Y-Stück angebracht und daran das Dusch-WC angeschlossen. Die Leitungen im Hohlraum des Unterputz-Spülkastens müsst ihr also nach außen verlegen.

Zwei Möglichkeiten stehen euch hier zur Verfügung:

1.) Ihr bohrt durch die Wand und führt den Wasserschlauch zum oberen Eckventil.

2.) Eine vorgefertigte Designlatte, in die die Bedientasten bereits eingearbeitet sind, ist die elegantere Lösung. Der Schlauch lässt sich hinter der Platte sehr gut verbergen.

Variante 2 eignet sich besonders gut für Miet- oder Einliegerwohnungen, denn die Designplatte wird einfach aufgeklebt. Bei einem Auszug nehmt ihr das Teil einfach mit.

Dusch-WC-Aufsätze sind mit einem 230 V-Stecker ausgestattet, der in eine beliebige Steckdose gesteckt wird. Die integrierten Modelle besitzen selten einen Stecker. Lasst den notwendigen Stromanschluss von einem Elektriker vornehmen.

Ein Dusch-WC-Aufsatz kann an jeder beliebigen Toilette angebracht werden. Dagegen ist die Montage eines Dusch-WCs mit integrierter Keramik etwas schwieriger. Wie gut sie gelingt, hängt von eurer eigenen Erfahrung ab.

Das Bidet – die klassische Alternative zum Dusch-WC

Bidets sind niedrig installierte Sitzwaschbecken, die speziell zur Reinigung des Intimbereichs entwickelt wurden. Ihre Form ähnelt der einer Toilette. Natürlich könnt ihr darin auch die Füße waschen.

Das älteste dokumentierte Bidet baute ein französischer Möbelbauer im Jahr 1710. Im 18. Jahrhundert galt es zunächst unter Angehörigen des Adels als schick, ein Bidet zu besitzen.

Während Bidets in Südeuropa selbstverständlich sind, sah man sie in Deutschland lange Zeit nur selten. Erst ab den 1960er Jahren wurde diese komfortable Möglichkeit der Körperpflege auch bei uns populär.

Für die Verbreitung spielen sowohl kulturelle als auch klimatische Gründe eine Rolle. Das Bidet ist die umweltfreundlichere Alternative zu feuchtem Toilettenpapier und wird in immer mehr Bädern auch aus Nachhaltigkeitsgründen Standard.

Bidet oder Dusch-WC: Euer Geschmack entscheidet

Egal, ob Bidet oder Dusch-WC, beide Sanitäreinrichtungen ersparen euch als Benutzer weder die gründliche Reinigung mit dem Waschlappen noch das anschließende Trocknen mit einem Handtuch. Angenehm sind sie trotzdem, denn sie schenken euch ein frisches, sauberes Gefühl im Intimbereich.

Beide Varianten gibt es in zahlreichen Designs, sodass ihr das Badezimmer nach persönlichen Vorstellungen umgestalten könnt. Für ein Dusch-WC braucht ihr einen Strom- und Wasseranschluss, für ein Bidet neben dem WC sind Wasserzulauf und auch mehr Platz erforderlich.

Welche sanitäre Einrichtung ist euer Favorit beziehungsweise welche Erfahrungen habt ihr bisher mit dem Bidet oder Dusch-WC gesammelt? Hinterlasst dazu gerne einen Kommentar.  

Bildquelle: sferrario1968 | Pixabay.de

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BauMentor

1 CommentKommentar hinterlassen

  • Meine Mutter möchte ihr Bad grunderneuern. Wichtig ist ihr bei den Sanitärinstallationen, neben einer ebenerdigen Dusche, eine Toiletten-Dusche. Gut zu wissen, dass es dafür auch verschiedene Versionen gibt. Eine wählbare Wasserstrahlstärke ist auf jeden Fall von Vorteil.

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