Barrierefreie Elektroinstallation: Die Vorteile und was ihr beachten solltet

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Barrierefreies Wohnen ist aktuell in aller Munde. Aber was ist darunter eigentlich genau zu verstehen? Und wieso hängt das Thema Barrierefreiheit unweigerlich mit der Elektroinstallation zusammen? Das und wieso von barrierefreiem Wohnen wirklich jeder profitiert, erfahrt ihr hier.

Konkret bedeutet barrierefreies Wohnen, dass ein Zuhause an diverse körperliche Einschränkungen seiner Bewohner und Besucher angepasst wird, sodass sich diese problemlos darin bewegen können. Bedeutsam ist das Thema nicht nur für Personen mit einer körperlichen Einschränkung, sondern auch für ältere Menschen oder junge Familien mit kleinen Kindern.

Da das hohe Alter früher oder später jeden erwartet, lohnt es sich, bereits in jüngeren Jahren beim Hausbau die Barrierefreiheit miteinzuplanen. Auf diese Weise seid ihr einerseits gleich für alle Eventualitäten abgesichert und müsst andererseits nicht Jahre später mit hohen Kosten für aufwändige Umbauarbeiten rechnen.

Nicht vergessen dürft ihr eine barrierefreie Elektroinstallation. Wieso eine gut durchdachte und hochwertige Elektroinstallation für barrierefreies Wohnen unumgänglich ist, verraten wir euch in diesem Artikel.

Barrierefreie Elektroinstallation: Was hat es damit auf sich?

Die Elektroinstallation ist grundsätzlich ein Bereich der zahlreichen Features aus dem Smart Home-Bereich, ohne den heutzutage keine Hausplanung mehr durchgeführt wird. Elektroinstallation für barrierefreies Wohnen ist kurz gesagt aus genau einem Grund so wichtig: Sie sorgt dafür, dass das Ziel – das Active Assisted Living (AAL) – möglich gemacht wird.

Das heißt, dass das Leben trotz körperlicher Einschränkungen bis ins hohe Alter so selbstbestimmt wie möglich geführt werden kann. Zahlreiche Ideen, Systeme und Konzepte aus dem AAL-Bereich sind aus der modernen Gebäudeentwicklung nicht mehr wegzudenken und gelten als Sinnbild für ein inklusives sowie zeitgemäßes Zuhause.

Diese Funktionen dürfen bei der barrierefreien Elektroinstallation nicht fehlen

Egal, ob Heizung, Küchenbereich oder Rollläden: Dank der modernen Technik habt ihr heutzutage die Möglichkeit, beinahe alles mit elektrischer Hilfe zu steuern.

Mit was ihr die Steuerung übernehmen möchtet, bleibt euch überlassen. Zur Auswahl stehen u. a. Smartphones, Fernsteuerungen oder auch Schalter. Wenn ihr vorausschauend planen und möglichst alle Eventualitäten berücksichtigen wollt, empfiehlt sich ein umfassendes barrierefreies Konzept.

Rollläden und Fenster

Wer beim Thema Wohnen auf Barrierefreiheit setzen möchte, kommt an elektrischen Rollläden nicht vorbei. Diese lassen sich ganz einfach auf Knopfdruck öffnen sowie schließen. Gleiches gilt für elektrisch steuerbare Fenster.

Bei diesen besteht zudem die Möglichkeit, die Einstellung vorzunehmen, dass sie sich täglich zu den gleichen Zeiten für einen festgelegten Zeitraum öffnen. Auf diese Weise wird ein regelmäßiges Lüften gewährleistet, das wiederum für ein angenehmes sowie gesundes Raumklima unumgänglich ist. Bei plötzlich auftretendem Niederschlag oder stärkerem Wind schließen sich diese selbstständig.

Beleuchtung

Das Thema Beleuchtung steht auf der Beliebtheitsskala des Smart Home-Bereiches ganz weit oben. So erscheint es kaum verwunderlich, dass auch die Elektroinstallation für barrierefreies Wohnen nicht ohne es auskommt. Basis hierfür sind zuverlässige Präsenz- sowie Bewegungsmelder.

Die smarte Beleuchtung sorgt dafür, dass die Sturz- sowie Stolpergefahr (z. B. beim Suchen nach dem Lichtschalter im Dunkeln) minimiert wird. Besonders Bereiche mit Stufen wie der Treppenaufgang oder der Keller haben ein vergleichsweise hohes Verletzungspotenzial. Intelligente Lichtsysteme reduzieren aber nicht nur das Risiko, im Krankenhaus zu landen, sondern sorgen auch für mehr Sicherheit. Durch den automatischen Lichtfluss werden ungebetene Gäste schnell in die Flucht geschlagen und ein möglicher Einbruch vermieden.

Erfreut zeigt sich des Weiteren die Geldbörse. Durch das selbstständige Abschalten der Beleuchtung lässt sich eine nicht unerhebliche Menge an Strom einsparen, was sich auf der Jahresabrechnung für Strom definitiv bemerkbar macht.

Intelligente Türen

Für den Eingangsbereich lohnt sich eine moderne Tür, die im besten Fall über eine Sprechanlage mit Videofunktion verfügt. Sie können zum einen von jedem Bereich des Hauses aus bedient werden und ersparen zum anderen unnötige Wege, die besonders für gebrechliche Menschen große Anstrengungen bedeuten.

Auch hier kommt der Aspekt der Sicherheit zum Tragen. Wie die smarte Beleuchtung helfen auch sie bei der Reduktion von Einbrüchen.

Steckdosen und Schalter

Ein Punkt, der häufig bei unachtsamer Planung vergessen wird, ist der der richtigen Platzierung von Steckdosen und Schaltern. Diese müssen gut erreichbar und in ausreichender Zahl vorhanden sein. Damit auch Rollstuhlfahrer Zugang haben, sollten Schalter etwa 85 cm vom Boden entfernt angebracht werden. Für Steckdosen gilt eine Höhe von etwa 40 cm.

Zu beachten ist, dass in jedem Fall genügend Elektroinstallationsrohre installiert werden sollten, damit auch Jahre später noch das Nachrüsten von z. B. Automatisierungssystemen oder Treppenliften gewährleistet ist.

Vorteile von barrierefreier Elektroinstallation

Die Vorteile, die die Elektroinstallation für barrierefreies Wohnen vorzuweisen hat, sind vielfältig. Ein Punkt, der ganz vorne zu nennen ist, ist der der Sicherheit. Besonders bei Personen, die ein eingeschränktes Reaktions- oder Hörvermögen vorweisen, ist das ein beträchtlicher Pluspunkt und reicht weit über den bereits genannten Einbrecherschutz hinaus.

Ein gutes Beispiel sind Rauchmelder. Bei Rauchmeldern empfehlen sich z. B. visuelle Warnsysteme, die im Ernstfall grelle Blitze aussenden. Damit die Rauchmelder stets in allen Räumen Alarm schlagen, können diese per Funk verbunden werden. Des Weiteren können diese direkt mit dem Notrufsystem vernetzt werden. Hilfe im Bedarfsfall ist auf diese Weise garantiert.

Barrierefreiheit beim Wohnen birgt auch finanzielle Vorteile. Zum einen lassen sich hohe Kosten im Alter vermeiden, zum anderen lassen sich solche Objekte um einiges besser vermieten. Die Nachfrage am Markt ist groß. Außerdem ergibt sich durch die smarten Installationen eine automatische Entlastung von Personal wie Hausmeistern oder Pflegekräften. Auch die Betriebs- sowie Wartungskosten fallen dementsprechend geringer aus.

Nicht zu vergessen ist die Inklusion. Barrierefreiheit sorgt dafür, dass jeder am Leben teilhaben kann und seinen Alltag so gut es geht selbst bestimmen kann.

Planung für barrierefreie Elektroinstallation

Damit euer Zuhause auch wirklich Barrierefreiheit gewährleistet, gilt es bei der Planung einiges zu beachten. Dazu gehören u. a. die bereits erwähnte Installation genügender Elektroinstallationsrohre, die für spätere Nachrüstungsarbeiten erforderlich sind. Grundsätzlich sind es vor allem die Details, die für die praktische Handhabung im Alltag essenziell sind.

Bei der Planung solltet ihr euch Gedanken darüber machen, wie ihr eure Systeme steuern möchtet. Gerade ältere Menschen arbeiten häufig lieber mit Fernsteuerungen als mit einem Smartphone. Wer Probleme mit der Sehkraft hat, sollte unter Umständen aufgrund der größeren Abbildung lieber zu einem Tablet greifen.

Damit bei der Planung keine kleinen oder großen Fehler passieren, solltet ihr am besten einen Termin bei einem Experten vereinbaren. Diese wissen über die nötigen Funktionen bestens Bescheid und beraten euch umfassend.

Bildquelle: © LJCo Ana Suanes | stock.adobe.com

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