Hausbau-Förderungen, auf die Sie bauen können

Hausbau-Foerderungen

Soll ich oder soll ich nicht? Die Finanzierung ist bei der Planung der eigenen vier Wände oftmals die größte Hürde, die ein Bauherr zu überspringen hat. Viele potenzielle Hausbauer verwerfen die Idee eines Eigenheims bereits, bevor sie sich überhaupt intensiv mit den Möglichkeiten verschiedener Finanzierungen und Zuschüssen auseinandergesetzt haben. Damit Ihr Traum nicht platzt, stellen wir Ihnen die verschiedenen Hausbau-Förderungen etwas genauer vor.

Wer sich mit dem Bauen eines Fertig- oder Massivhauses beschäftigt, der muss sich auch Gedanken über die Finanzierung machen, schließlich heißt es nicht umsonst: „Ohne Moos nix los!“ Auch ohne hohes Eigenkapital gibt es einige Hausbau-Förderungen, mit denen Sie den Traum vom Eigenheim verwirklichen können, denn bei den bekannten Finanzspritzen, wie denen der KfW-Bank und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ist längst noch nicht Schluss.

Die Hausbau-Förderungen im Überblick

Was gibt es überhaupt für Förderungen für den Hausbau, wo kann ich einen Antrag auf Kredite und Zuschüsse stellen und was sind die Voraussetzungen dafür? Drei zentrale Fragen, die Sie sich unbedingt bei der Planung Ihres Traumhauses stellen sollten, da Sie mit deren Beantwortung die Kosten Ihrer Finanzierung deutlich eingrenzen können.

Die folgenden sieben Hausbau-Förderungen sollten Sie sich daher etwas genauer anschauen:

1. KfW-Förderungen

Eine der bekanntesten und meistgenutzten Förderungen ist die der KfW-Bank. Hier erwarten Sie als Hausbauer nicht nur zinsgünstige Kredite, sondern auch Tilgungszuschüsse, bei denen der Grundsatz „Je geringer der nach ökologischen Kriterien bewertete Energieverbrauch, desto höher die Förderung“ gilt.

Fördergelder gibt es nur, wenn Sie rechtzeitig einen Antrag stellen und dieser genehmigt wird. Während Sie die zinsgünstigen Kredite bei Ihrer Hausbank beantragen, erhalten Sie die Zuschüsse direkt bei der KfW-Bank.

Um überhaupt an Fördergelder zu gelangen, muss ein Sachverständiger herangezogen werden, der prüft, inwiefern dem Antrag stattgegeben werden kann. Auch hier fallen weitere Kosten für Sie an.

Die KfW-Bank bietet eine ganze Reihe an Hausbau-Förderungen. So können für den Neubau beispielsweise bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit beantragt werden. Für den Einsatz von Sachverständigen gibt es gegebenenfalls einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro.

Da KfW-Förderungen eng mit einer energieeffizienten Bauweise einhergehen, werden Photovoltaik-Anlagen und Solarstromspeicher gar bis zu 100 Prozent finanziert. Ihren Geldbeutel dürfte dies definitiv freuen.

Einen guten Überblick über die finanzielle Unterstützung der KfW-Bank für den Hausbau, liefert der KfW-Produktfinder.

2. BAfA-Förderungen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAfA, bietet ebenfalls hilfreiche Förderungen für den Hausbau an. Die Voraussetzung, um sich diese zu Nutze zu machen, ist die Verwendung erneuerbarer Energien. Dazu zählen beispielsweise energieeffiziente Wärmepumpen, Solarthermie- und Biomasseanlagen.

In der Regel fördert das BAfA bestehende Gebäude, die modernisiert werden. Doch auch bei Neubauten können Sie auf Zuschüsse hoffen, sofern es sich um Solarthermie-Anlagen für Mehrfamilienhäuser oder Maßnahmen zur Emissionsminderung handelt. Weitere Informationen hierzu bekommen Sie unter bafa.de.

3. Förderungen durch die Bundesländer

Je nach Bundesland können Sie als Bauherr Darlehen beantragen, die sich nach dem Förderprogramm der jeweiligen Bundesländer richten und für die Bauherren teilweise sehr unübersichtlich sind. Zuständig für Anträge ist in der Regel das Wirtschaftsministerium des jeweiligen Bundeslandes, das hierzu weitere Auskünfte geben kann.

Die Bedingungen für ein Darlehen und die Höhe sind ebenfalls von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Ein Darlehen gibt es zum Beispiel für Neubauten, energieeffizientes und barrierefreies Bauen oder für Maßnahmen zur Modernisierung. Familien mit Kindern dürfen sich oft über zusätzliche Förderungen freuen.

Tipp: Informieren Sie sich frühzeitig über die Zuständigkeiten und Bedingungen für ein Darlehen, um wichtige Fristen für die Antragstellung nicht zu versäumen.

4. Hausbau-Förderungen durch Städte und Gemeinden

Manche Kommunen unterstützen den Bau eines neuen Hauses mit Zuschüssen, Darlehen oder Nachlässen (zum Beispiel bei Kinderfreibeträgen). Kein Wunder, schließlich sind junge Familien in Städten und Gemeinden ganz besonders beliebt und fördern die Entwicklung des jeweiligen Ortes.

Da Hausbau-Förderungen durch Städte und Gemeinden nur in einzelnen Fällen geltend gemacht werden können, sollten Sie sich auch hier im Vorhinein bei der für Sie zuständigen Verwaltung erkundigen.

5. Förderung durch Kirchen

Die katholische und evangelische Kirche kann bei Ihren Bauplänen ebenfalls ein wichtiger Faktor werden, denn auch diese unterstützen Sie vereinzelt bei der Realisierung der eigenen vier Wände. Zwischen beiden gibt es jedoch ein paar winzige Unterschiede:

Bei der katholischen Kirche sind die Bistümer der erste Ansprechpartner, die Hausbauer vor allem durch vergünstigte Erbbaurechte oder Darlehen unterstützen. Bei der evangelischen Kirche hingegen ist die Kirche selbst der primäre Ansprechpartner, der insbesondere vergünstigte Erbbaurechte anbietet.

Die Voraussetzung für eine Förderung ist die Zugehörigkeit in der katholischen oder evangelischen Kirche. Da die Förderungen, je nach Wohnort variieren, sollten Sie im Vorhinein abklären, ob eine Hausbau-Förderung tatsächlich angeboten wird. Aber wie heißt es doch so schön: Fragen kostet nichts!

6. Zuschüsse und Einsparungen dank Wohn-Riester

Der Wohn-Riester, der allgemein auch als Eigenheimrente bekannt ist, ist vor allem für Bauherren mit Kindern interessant. Das Prinzip des Wohn-Riesters ist relativ einfach: Zahlen Sie einen Teil Ihres Jahreseinkommens in einen Wohn-Riester-Vertrag ein, so bekommen Sie Zuschüsse vom Staat und können die Einzahlungen als Sonderausgaben steuerlich geltend machen.

Sparen Sie beispielsweise mehr als vier Prozent Ihres Jahreseinkommens für den Wohn-Riester, so erhalten Sie jährlich 154 Euro Grundzulage vom Staat. Je nach Anzahl der Kinder, erhöht sich diese, sodass kinderreiche Familien ganz besonders von dieser Art von Hausbau-Förderungen profitieren.

Es gibt jedoch einige Bedingungen, die Sie erfüllen müssen, nämlich:

  • Antragsteller muss im Haus wohnen, das gebaut wird
  • Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung
  • kein Selbstständiger oder eine Person, die über das berufsständische Versorgungswerk
    fürs Alter vorsorgt (z. B. Rechtsanwalt, Arzt)

7. Darlehen durch den Arbeitgeber

Für den Fall, dass Sie alle Förderungen ausgeschöpft haben, bietet das so genannte Arbeitgeberdarlehen eine gute Möglichkeit, die letzte finanzielle Lücke zu schließen. Vereinfacht dargestellt bedeutet dies, dass Ihr Chef Ihnen über einen bestimmten Zeitraum eine gewisse Summe an Geld leiht, die Sie verzinst oder unverzinst zurückzahlen.

Das Arbeitgeberdarlehen kostet den Chef weniger als eine Gehaltserhöhung, was ein gutes Argument für Verhandlungen ist. Die Laufzeit und der Betrag des Darlehens werden individuell bestimmt. Die Rückzahlung erfolgt meist durch eine Verrechnung mit dem Lohn beziehungsweise dem Gehalt.

Achten Sie darauf, dass der schriftliche Vertrag die folgenden Punkte enthält:

  • Darlehenshöhe
  • Laufzeit
  • Verzinsung
  • Sicherheiten
  • Kündigungsbestimmungen

Gerade die Kündigungsbestimmungen spielen eine große Rolle, sofern das Arbeitsverhältnis von Ihnen oder Ihrem Arbeitgeber gekündigt wird. Rechtlich gesehen kann bei einer Kündigung eine sofortige Rückzahlung jedoch nicht einfach so verlangt werden.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Wie Sie festgestellt haben, sind die KfW- und BAfA-Förderungen nicht die einzigen Hausbau-Förderungen, die Ihnen beim Hausbau finanziell unter die Arme greifen. Mit der Förderung durch die Bundesländer, Kirchen, Arbeitgeber, Städte und Gemeinden sowie dem Wohn-Riester gibt es weitere vielversprechende Möglichkeiten, um den Traum vom eigenen Haus zu realisieren.

Sie sollten jedoch bedenken, dass die einzelnen Förderungen abhängig davon sind, wo Sie Ihr Grundstück gekauft haben und wo Sie Ihr Fertighaus oder Massivhaus errichten möchten. Klären Sie daher früh genug bei den jeweiligen Verwaltungen ab, ob zusätzliche Darlehen oder Zuschüsse möglich sind.

Ein bisschen Vorarbeit müssen Sie leisten, bevor es tatsächlich mit dem Bau Ihrer eigenen vier Wände losgeht. Doch diese Zeit sollten Sie sich nehmen, denn sie macht sich in den meisten Fällen bezahlt.

➩ Eine überarbeitete Version dieses Artikels finden Sie unter Hausbau Förderung: Ein Update zu den aktuellen Möglichkeiten.

Bildquelle: Fabian Blank | unsplash.com

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