Fossile Energieträger zum Heizen – Dauerbrenner oder längst überholt?

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Fossile Brennstoffe haben sich über Jahrhunderte hinweg im Heimgebrauch ebenso wie in der Industrie bewährt. Sie gelten indes als umweltschädlich. Alternative Materialien stehen zwar längst zur Verfügung – sie besitzen zuweilen aber noch Nachteile.

In den letzten Jahren hat sich die Art und Weise, wie in vielen Gebäuden geheizt wird, grundlegend verändert. Sicherlich könnt auch ihr euch noch an eure Kindheit erinnern, in der die Wohnung hauptsächlich durch das Verbrennen von Holz und Kohle erwärmt wurde.

Kommt ihr aus ländlichen Gegenden, so war bei euch eventuell auch Torf als Brennmaterial gebräuchlich. Öl und Gas stellten dagegen vielfach eine Ausnahme dar. Die damals genutzten Öfen und Kamine haben mit den heute verbauten Heizanlagen natürlich nicht mehr viel gemeinsam. Daher verwundert es nicht, dass fossile Energieträger immer seltener verwendet werden.

Fossile Energieträger – was ist das eigentlich?

Entstanden sind die fossilen Energieträger übrigens vor vielen Millionen von Jahren. In der Regel handelte es sich bei ihnen um organische Materialien wie Pflanzen und Tiere, die sich nach dem Tod in ihre einzelnen Bestandteile aufspalteten. Für zahlreiche Generationen vor uns war der Abbau von Kohle oder Torf ein einträgliches Geschäft.

Zwar war damit eine körperlich schwere Arbeit verbunden – aber es bestand eine rege Nachfrage nach diesen Brennstoffen, die zudem über viele Jahre hinweg eingelagert werden konnten. Auch Erdgas und Erdöl besitzen einen fossilen Charakter. Sie kamen im Hausgebrauch aber nur selten zum Einsatz, da sich das Auffinden und Abbauen dieser Materialien schwierig gestaltete.

Welche Vorteile besitzen fossile Energieträger?

Erdöl und Erdgas sowie Torf, Stein- und Braunkohle – Brennstoffe, die einst aus dem täglichen Gebrauch vieler Menschen nicht wegzudenken waren und die das Überleben sichern konnten. Und das liegt vor allem daran, dass alle diese Ressourcen relativ preisgünstig verfügbar waren.

Über die Jahre und Jahrzehnte haben bereits die früheren Generationen stetig an der Verbesserung ihrer Arbeitswerkzeuge getüftelt. Alle genannten Energieträger ließen sich daher leicht gewinnen und konnten ohne erhebliche Mühen zum Verbraucher transportiert werden. Im Gegensatz zur heutigen Zeit stellte sich zudem kaum einmal die Frage, ob diese Rohstoffquellen nicht einmal ausgeschöpft sein könnten.

Ebenso gilt, dass es sich bei den erwähnten Materialien um über die Jahrmillionen hinweg extrem stark verdichtete Substanzen handelt, deren Energieeffizienz kaum zu übertreffen ist. Zwar waren die Menschen vor vielen Jahrzehnten gleichfalls in der Lage, das Holz aus dem Wald zu verbrennen – Kohle konnte aber deutlich länger glimmen und daher für eine längere Zeit die wertvolle Wärme spenden.

Zudem sei erwähnt, dass fossile Brennstoffe nicht allein für das Heizen der Öfen genutzt wurde. Auch die aufkommende Technologie stellte darauf ab – und das zum Teil bis in die Gegenwart hinein, denn gerade zum Betreiben von Autos und Maschinen fehlen weiterhin die massentauglichen Alternativen.

Welche Nachteile bringen fossile Energieträger mit sich?

Doch so gebräuchlich Kohle, Torf, Erdgas und Erdöl auch waren – ihr Abbau war neben den Mühen mit einer erheblichen Umweltverschmutzung verbunden. Mehr noch, sogar das Verbrennen derselben setzt diverse Schadstoffe frei, die zum Teil durch die Menschen eingeatmet werden und zu chronischen Krankheiten führen können.

Fossile Energieträger gelten als eine der Hauptursachen der weltweiten Klimakrise. Viel zu spät wurden effiziente Alternativen zu fossilen Rohstoffen entwickelt. Ein Manko, das die Lebensqualität der Menschen auf allen Kontinenten heute schon stark beeinflusst – und sich in den kommenden Jahrzehnten noch spürbarer als ohnehin schon zeigen wird.

Ein weiterer Nachteil dieser Energieträger liegt in der Endlichkeit ihrer Vorkommen. So wird es schlichtweg nicht möglich sein, die rasant wachsende Erdbevölkerung auch in vielen Jahren noch mit Kohle, Öl oder Torf zu versorgen. Zumal ein Teil dieser Ressourcen für den Betrieb von Autos und Maschinen eingeplant wäre und ohnehin nicht zum Beheizen der Wohnungen verwendet werden könnte.

Es ist somit ein Umdenken notwendig. Ein Prozess, der zwar seit vielen Jahren anläuft und schon einige gute Ergebnisse ermöglicht hat. Ebenso aber ein Wandel, der noch lange nicht abgeschlossen ist und der vor allem die Fragen der wirtschaftlichen Rentabilität aufwirft.

Welche Alternativen zu fossilen Rohstofen gibt es?

Speziell beim Heizen werdet ihr schon gemerkt haben, dass viele moderne Technologien mit alternativen Ressourcen arbeiten. So etwa mit Holz oder mit den daraus gewonnenen Pellets. Diese gehören neben Biogas und Biomasse zu den besonders stark nachgefragten Energieträgern.

Ihr Vorteil liegt darin, dass sie für relativ günstige Preise erworben werden können und die Nutzung denkbar einfach erfolgt. Viele Gebäude sind daher mit den hierfür erforderlichen Anlagen ausgestattet – ein nachträglicher Ein- oder Umbau kann sogar durch die Bundesländer finanziell gefördert werden. Zumal die genannten Materialien eine gute Energieeffizienz aufweisen und daher zum Verheizen optimal geeignet sind.

Nicht ganz so einfach und preiswert lassen sich dagegen andere alternative Energien gewinnen. Hier seien etwa Solar- und Wasserkraft, Umwelt- und Erdwärme sowie die Gezeiten- und Windenergie zu nennen. Selbstverständlich befinden sich auch diese Brennstoffe auf dem Vormarsch – eigens für sie werden sogar neue Technologien entwickelt. Doch der Einbau solcher Anlagen gilt noch immer als relativ kostspielig und aufwendig.

Zwar wird die Nutzung derartiger Systeme abermals durch den Bund und die Länder gefördert, dennoch müssen sich die Bewohner eines Eigenheims für Kauf und Einbau der Geräte auf üppige Kosten einstellen. Hohe Anschaffungskosten, die sich nach ein paar Jahren jedoch amortisieren.

Besitzen fossile Energieträger eigentlich noch eine Zukunft?

Natürlich stellt sich angesichts der voranschreitenden neuen Technologien und der damit verbundenen Verwendung alternativer Brennstoffe die Frage, ob es überhaupt eine Perspektive für Kohle, Torf, Erdöl und Erdgas gibt. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass der Wandel in der Energienutzung längst erste Ergebnisse zeigt.

Insbesondere Torf wird heute kaum noch abgebaut und zur Wärmegewinnung verwendet. Ein wenig anders sieht es bei der Braun- und Steinkohle aus. Wusstet ihr, dass ihr Gebrauch seit dem Jahr 1880 rückläufig ist? Auch diese Materialien werden daher auf absehbare Zeit aus unserem Alltag verschwinden.

An Erdöl und Erdgas scheiden sich dagegen die Geister. Zwar gelten auch diese beide Ressourcen als endlich und als schädlich für die Umwelt. Alternativen dazu lassen sich finden – zumeist handelt es sich dabei um synthetisch hergestellte Stoffe. Da diese für eine Verwendung in großen Massen aber noch nicht zur Verfügung stehen, gelten sie als teuer. Zudem besitzen sie vielfach keine Energieeffizienz, die ähnlich hoch wie jene von Erdgas und Erdöl liegt. D

ennoch ist absehbar, dass die Forschung auch hier schon bald wirksame und leicht herzustellende Alternativen zu fossilen Rohstoffen finden wird. Das aus der Erde gewonnene Öl und das Gas sowie Torf und Kohle werden für die nachfolgenden Generationen kaum noch relevant sein.

Wie werden erneuerbare Energien gefördert?

Vielleicht steht bei euch in naher Zukunft der Bau oder die Sanierung eines Hauses an. Wäre es da nicht sinnvoll, direkt auf neue Technologien umzustellen? Davon profitiert nicht alleine die Umwelt – auch eure Haushaltskasse könnt ihr auf diese Weise entlasten.

Zwar gelten die dafür erforderlichen Anlagen in Kauf und Einbau als relativ kostspielig – dennoch wird hier die Energie effizient genutzt, wodurch sich langfristige Einsparungen bei der Verwendung der Brennmaterialien erzielen lassen. Ganz zu schweigen davon, dass etwa Solarkraft oder Windenergie ohnehin kein Geld kostet.

Je nach Bundesland und Technologie dürft ihr zudem mit umfangreichen Fördermitteln durch die Kommunen rechnen. Kostenübernahmen von zehn bis 50 Prozent für erneuerbare Energien können beantragt werden – eine Bewilligung erfolgt vielfach relativ schnell. Die Risiken für weitere Investitionen lassen sich senken, indem ihr die Ausgaben durch ein zinsloses Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau absichert.

Und wenn ihr schon einmal dabei seid, dann könnt ihr ebenso den Stromverbrauch daheim auf umweltfreundliche Alternativen umstellen. Auch sie werden durch Bund und Länder gefördert. Na, habt ihr Lust auf eine Veränderung bekommen? Für welche alternativen Brennstoffe werdet ihr euch künftig entscheiden?

Bildquelle: RJA | 1988

3 CommentsKommentar hinterlassen

  • Toller Artikel, der aufzeigt, dass die Ära der erneuerbaren Energien angebrochen ist! Ein Speicherofen ist eine gute Alternative, um langfristig Heizkosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Denn es gibt nichts besseres, als einen kalten Wintertag vor dem Kamin zu verbringen und das knisternde und wohlig warme Feuer auf der Haut zu spüren. Danke für diesen äußerst lesenswerten Artikel! Liebe Grüße!

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