Mehr Geld für Bausparer: Die Erhöhung der Wohnungsbauprämie ab 2021

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Das Sparen für Wohneigentum soll attraktiver verzinst werden. Für das Jahr 2021 wurde durch den Gesetzgeber daher eine Veränderung der für die Wohnungsbauprämie geltenden Regelungen beschlossen. Doch worauf können sich Bausparer künftig eigentlich genau freuen?

Wer von der Erhöhung der Wohnungsbauprämie profitieren möchte, sollte sich mit dieser Möglichkeit der staatlichen Förderung erst einmal etwas genauer auseinandersetzen. Das sogenannte Bausparen hat in Deutschland Tradition: Bereits seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert haben einzelne Sparkassen und Kreditunternehmen jene Bürger finanziell unterstützt, die ihr Vermögen in den Bau oder die Sanierung von Immobilien investiert haben.

Die Wohnungsbauprämie – was ist das eigentlich?

Die im Jahre 1952 erstmals gesetzlich verankerte Wohnungsbauprämie folgt diesem Leitmotiv. Auch heute noch werden damit alle Maßnahmen gefördert, die dem Bau, dem Kauf oder der Modernisierung von Wohneigentum dienen. Neben dem Haus ist somit auch die Wohnung umfasst.

Das Konzept an sich lässt sich relativ einfach erklären: Der Bürger zahlt jährlich einen bestimmten Betrag auf ein Bausparkonto ein. Wieviel seines Guthabens er hier anlegen möchte, ist ihm selbst überlassen – Auflagen dafür wurden durch den Gesetzgeber nicht definiert.

Der Staat fördert gegenwärtig Einzahlungen von bis zu 512 Euro pro Jahr bei ledigen und von bis zu 1.024 Euro pro Jahr bei verheirateten Personen mit einem attraktiven Prozentsatz. Zumeist kann hier allerdings doppelt profitiert werden: Auch die Banken, die ein solches Bausparkonto anbieten, verbinden diese Offerte mit günstigen Zinsen, die pro Jahr durchaus im Bereich weiterer ein bis zwei Prozent liegen können.

Dass der Antrag auf Wohnungsbauprämie erstmals im Frühjahr 1952 gestellt werden konnte, ist übrigens kein Zufall. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges herrschte in weiten Teilen des Landes ein akuter Mangel an Wohnraum. Vorhandene Immobilien waren hoffnungslos überbelegt und konnten an Bedürftige oft erst nach einem langwierigen bürokratischen Verfahren zugeteilt werden.

Die Wohnungsbauprämie sollte eine Entlastung in diesem Bereich bewirken: Die Bürger wurden dazu angehalten, ihr Einkommen oder ihr Vermögen klug und langfristig in den Bau oder den Kauf von Wohneigentum zu investieren. Dafür wurden sie mit einem nicht eben geringen Zinssatz für ihre regelmäßigen Einzahlungen belohnt.

Wer darf den Antrag auf Wohnungsbauprämie stellen?

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts gab es unterschiedliche Möglichkeiten, den Erwerb von Wohneigentum staatlich zu fördern. Zu nennen sei hier etwa die relativ prominente Eigenheimzulage, die allerdings seit dem Jahr 2006 ausgelaufen ist.

Das Konzept an sich soll indes fortgesetzt werden, weswegen es nicht gänzlich verwundert, dass ab dem Jahr 2021 eine Erhöhung der Wohnungsbauprämie durch den Bundestag und den Bundesrat bereits vereinbart wurde. Ein Anrecht auf sie hat zunächst, wer das 16. Lebensjahr vollendet hat. Auch Jugendliche werden durch diese Form des Sparens also gezielt angesprochen, ihr Geld schon frühzeitig möglichst klug anzulegen.

Die zweite Bedingung für den Antrag auf Wohnungsbauprämie konzentriert sich auf das Einkommen des Bausparers. Er darf gegenwärtig pro Jahr lediglich ein zu versteuerndes Einkommen von 25.600 Euro vorweisen. Befindet er sich in einer Ehe, so gilt ein Einkommen von 51.200 Euro pro Jahr als relevant.

Wohlgemerkt: Interessant ist einzig das zu versteuernde Einkommen, das nicht mit dem Bruttoeinkommen deckungsgleich sein muss. Insbesondere solche Personen, die ein geringes oder ein mittleres Einkommen erwerben, können pro Jahr also mit einer finanziellen Unterstützung auf alle Einzahlungen rechnen, die sie auf ihr Bausparkonto vornehmen. Der Mittelstand soll hierbei gefördert werden.

Neben dem Mindestalter und der Einkommensgrenze gibt es keine weiteren Kriterien, um einen Antrag auf Wohnungsbauprämie stellen zu dürfen. Zwar wird allgemein vermutet, dass sich die Gesamtsumme des Bausparkontos letztlich auch tatsächlich dem Kauf, dem Bau oder der Modernisierung von Wohneigentum widmen muss – gesetzliche Definitionen dafür existieren allerdings nicht.

Oft ist es daher möglich, das Bausparkonto auch als normales Sparkonto zu verwenden. Im Zweifelsfall sollte hier jedoch das Kreditinstitut der Wahl vorab angesprochen werden, da sich die mit dem Konto verbundenen Regularien durchaus von Haus zu Haus unterscheiden können. Es gilt indes der Grundsatz, dass das Guthaben nicht zwingend in eine Immobilie investiert werden muss.

Welche Erhöhung der Wohnungsbauprämie gibt es ab 2021?

Für das Jahr 2021 wurde eine Neuregelung einiger Inhalte der Wohnungsbauprämie beschlossen. Die erste Veränderung wird sich dabei auf die bereits angesprochene Einkommensgrenze beziehen. Liegt diese gegenwärtig bei 25.600 Euro pro Jahr für ledige sowie bei 51.200 Euro pro Jahr für verheiratete Personen, so wurde eine Erhöhung dieser Grenzen auf 35.000 und 70.000 Euro pro Jahr definiert.

Künftig können also auch sogenannte Besserverdiener von der Wohnungsbauprämie profitieren. Erneut gilt, dass die genannten Zahlen lediglich das zu versteuernde Einkommen umfassen. Auch hier lohnt sich ein vorheriges Beratungsgespräch bei der Bank.

Die zweite Erhöhung der Wohnungsbauprämie fokussiert den Prämiensatz an sich. Bislang wurden Einzahlungen mit einem Zinssatz von maximal 8,8 Prozent pro Jahr gefördert. Künftig erhöht sich diese Unterstützung auf pauschal zehn Prozent. Das Geld wird durch die staatliche Fördereinrichtung übrigens direkt an das Bankhaus überwiesen, bei dem der Bürger das Bausparkonto besitzt.

Die Bank schreibt diesem Konto die jährliche Einmalzahlung gut. Durch die Erhöhung des Zinssatzes soll gewährleistet werden, dass künftig mehr Personen ihr Vermögen in den Bau, den Kauf oder die Modernisierung von Wohneigentum fließen lassen. Ein weiterer Anreiz dafür dürften die seit Jahren niedrigen Zinsen sein, die auf Baukredite fällig werden.

Die dritte Veränderung im Rahmen der Wohnungsbauprämie bezieht sich auf die Einzahlung. Diese wurde bislang nur bis zu einer Höhe von 512 Euro bei Ledigen und 1.024 Euro bei Paaren pro Jahr gefördert. Unverheiratete Personen können demnach ab dem Jahr 2021 sogar eine volle Förderung von dann 10 Prozent auf eine maximale Einlage von 700 Euro erwarten. Für Verheiratete steigt der förderungsfähige Betrag auf 1.400 Euro pro Jahr.

Wer in den Genuss dieser drei Erhöhungen gelangen will, muss den Antrag auf Wohnungsbauprämie übrigens nicht im Jahre 2021 neu stellen. Auch bereits bestehende Prämienzahlungen werden ab 2021 angepasst.

Wie wird der Antrag auf Wohnungsbauprämie erfolgreich gestellt?

Zwar wird die Förderung durch den Staat bezogen – der eigentliche Vertragspartner des Bürgers ist aber das Kreditinstitut, bei dem das Bausparkonto eröffnet wird. Zunächst sollte hier eine Beratung stattfinden, zu welchem Zweck und auf welche Dauer das Guthaben angelegt wird.

Dabei lohnt sich durchaus ein Vergleich mehrerer Banken. Diese zahlen neben der staatlichen Förderung auch einen eigenen Zinssatz, der je nach Anbieter zwischen einem und zwei Prozent pro Jahr auf die Ansparungen betragen kann. Wer ein möglichst attraktives Angebot finden möchte, muss zumeist aber nicht lange suchen – Bausparkonten boomen gegenwärtig.

Im Regelfall wird der Antrag auf Wohnungsbauprämie sodann von der Bank an den Bürger ausgehändigt. Und das im jährlichen Abstand. Denn die Prämienzahlung wird durch den Staat nicht automatisch vorgenommen. Vielmehr muss der Sparer in jedem Jahr rückwirkend für das vergangene Jahr einen eigenen Antrag für die Bewilligung der Prämie stellen.

Das mag zunächst etwas kompliziert klingen, ist aber schnell erledigt. Denn neben den persönlichen Informationen müssen lediglich Angaben zum Einkommen, zum Familienstand und zu eventuell vorliegenden weiteren Förderungsmaßnahmen getätigt werden. Ein Aufwand, der sich innerhalb weniger Minuten absolvieren lässt, dem aber attraktive Prämienzahlungen gegenüberstehen.

Wer es dennoch einmal vergisst, den Antrag auf Wohnungsbauprämie für das letzte Jahr einzureichen, der muss sich darüber keine Sorgen machen. Bis zu zwei Jahre kann sich der Bürger Zeit lassen, ehe er das Dokument ausgefüllt an die Bank zurückschickt.

Verwendet wird dabei der gleiche Antrag, der auch in jedem einzelnen Jahr genutzt wird. Sein Inhalt bezieht sich nun allerdings nicht auf das vergangene, sondern auf ein früheres Jahr. Wird mit der Bank der Bausparvertrag sorgsam besprochen, sollte es übrigens kaum einmal zu Rückfragen durch die Behörden oder sogar zu einer Ablehnung des Antrages kommen. Eine Bewilligung findet meist innerhalb von zwei bis vier Wochen statt.

Bildquelle: @danez1 | Pixabay.de

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