Bodenplatte beim Hausbau: Pro & Contra

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Der Erfolg beim Hausbau hängt in vielerlei Hinsicht von einer akribisch genauen Planung ab. Diese sollte auch essentielle Details wie die Wahl der Bodenplatte umfassen. Doch was verbirgt sich eigentlich genau hinter diesem häufig verwendeten Begriff, welche Funktion übernimmt eine Bodenplatte und was gilt es, bei der Anbringung zu beachten? Antworten auf diese und weitere Fragen findet ihr in den folgenden Abschnitten.

Eine Bodenplatte bildet den Übergang zwischen Gebäude und Boden. Unterschieden wird dabei zwischen sogenannten Fundamentplatten und Kellerbodenplatten, sprich Modellen, die eigens für Gebäude ohne und mit Keller konstruiert wurden. In der Fachwelt bildet die sogenannte Fundamentplatte zumeist ein Synonym für die Bodenplatte.

Grundsätzliches rund um die Bodenplatte

Stabilität, Widerstandsfähigkeit und Schutz: So lautet das Trio an Eigenschaften, das von einer Bodenplatte erwartet wird. Konkret bedeutet dies, dass nur hochwertige Bodenplatten die Funktion, die ihnen zukommt, in vollem Umfang erfüllen können.

Dazu zählt unter anderem der umfassende Schutz vor Bewegungen des Bodens, die durch Temperaturschwankungen entstehen, und eine Beschädigung des Gebäudes nach sich ziehen können. Vergleichbares gilt für eine Verformung des Bodens.

Fehlt die Bodenplatte, so resultiert dies automatisch in einer ungleichmäßigen Verteilung des Gewichtes und einer damit verbundenen erhöhten ‚Anfälligkeit‘ für Schäden. Ist die Fundamentplatte hingegen vorhanden, so vermögen selbst ungünstige Witterungsbedingungen wie starker Regen, große Hitze oder Kälte keinen Schaden anzurichten.

Zwar beeinflussen diese den Boden nach wie vor auf unvorteilhafte Weise, dem neu errichteten Gebäude können sie jedoch aufgrund der soliden Fundamentplatte, die sozusagen eine schützende Trennlinie zwischen Boden und Haus darstellt, nichts anhaben.

Plattengründung als empfehlenswerte Alternative zu anderen Fundamenten

Um dem Haus Stabilität zu verleihen, kann auf eine größere Auswahl an unterschiedlichen Gründungen bzw. Fundamenten zurückgegriffen werden. Im Vergleich zu Streifen- oder Einzelfundamenten bietet sich die hier zur Diskussion stehende Plattengründung vor allem dann an, wenn ein effektiver Ausgleich von Verformungsunterschieden gewünscht ist.

Schließlich hat sie den Vorteil, dass ausnahmslos die gesamte Grundrissfläche als Fundament genutzt und durchgängig mit einer Boden- bzw. Fundamentplatte versehen wird. Allerdings ist an dieser Stelle erneut zu betonen, dass sich diese Variante nur für Gebäude ohne Keller eignet.

Damit die Bodenplatte auch ihrer primären Funktion in Form einer Optimierung der Statik des Hauses nachkommen kann, sind einige Aspekte zu berücksichtigen. Allen voran sind hier unterschiedliche Mindesttiefen zu nennen, die je nach klimatischen Konditionen variieren können. In Zahlen ausgedrückt wird bei kaltem Klima eine Mindesttiefe von 150 cm, bei milden Wetterverhältnissen von 80 cm vorgeschlagen.

Bodenplatte betonieren: Aufbau, Materialien und mehr

Bei diesem Ansatz ist im Vorhinein anzumerken, dass das Betonieren der Bodenplatte eine Menge Erfahrung bedarf. Die Grundlage bildet dabei der von einem Statiker entworfene sogenannte Fundamentplan. Die einzelnen Schritte gestalten sich in der Regel wie folgt:

Im Anschluss an den Aushub erfolgt das Auftragen einer aus Magerbeton oder Kies bestehenden Sauberkeitsschicht mit einer Mindestdicke von 5 cm. Ergänzend werden feuchtigkeitsabweisende Folien aus PVC oder PE verwendet.

Der nächste Schritt besteht in der Beigabe des Fundaments zu dieser Mischung. Für die gleichermaßen erforderliche Wärmedämmung, die wahlweise unter- oder oberhalb der Bodenplatte erfolgt, stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung.

Bei einer Wärmedämmung unterhalb der Bodenplatte kommen vorzugsweise Mineralfasern oder aber Polysterolschaum zum Einsatz. Erfolgt die Wärmedämmung über der Bodenplatte, so finden in erster Linie Materialien wie Polystyrol, Polyrethanschaum und Schaumglas Verwendung.

Handelt es sich um ein Energiesparhaus, so empfehlen sich aufgrund der überdurchschnittlich guten Dämmung vor allem Thermobodenplatten, deren großer Vorteil in einer integrierten Flächenheizung besteht.

Möchtet ihr von dieser langfristig energie- und damit auch kostensparenden Variante einer Bodenplatte Gebrauch machen, so weicht das Verfahren etwas von dem klassischen Pendant ab. Um wetterbedingte Bewegungen unter der Dämmschicht sowie Feuchtigkeit und Kälte abzufangen, werden in einem ersten Schritt eine Schotterschicht sowie mehrere Lagen Hartschaum auf dem Grund aufgetragen.

In Bezug auf den Kostenaufwand für eine Bodenplatte lassen sich aufgrund der Vielzahl an einflussnehmenden Faktoren keine allgemeingültigen Angaben machen. Die Richtwerte für eine etwa 20 cm dicke Fundamentplatte liegen zwischen 70 und 100 Euro pro Quadratmeter, für eine Thermobodenplatte mit Fußbodenheizung hingegen zwischen 135 und 150 Euro.

Bodenplatte beim Hausbau: die Vor- und Nachteile im Kreuzverhör

Doch worin liegen nun eigentlich genau die Vorzüge einer Bodenplatte? Und was sind die Nachteile einer Bodenplatte, sofern es denn welche gibt?

Auf den vergleichsweise geringfügigen Kostenaufwand vor allem im Vergleich zu einem Haus mit integriertem Keller wurde bereits eingegangen. Dies bezieht sich nicht nur auf den Einbau einer schlichten Bodenplatte, sondern auch auf die ‚luxuriösere‘ Variante in Form einer Thermobodenplatte inklusive Fußbodenheizung. Darüber hinaus reduziert sich das Risiko von Rissen, Feuchtigkeit und Schimmel.

Der Einsatz einer Bodenplatte verläuft in der Regel rasch und reibungslos. Durch die ebene Baugrubensohle entsteht eine gerade Arbeitsfläche, die wiederum den erfolgreichen Aufbau von Wänden erst ermöglicht.

Eventuelle Nachteile einer Bodenplatte sind in erster Linie auf eine minderwertige Qualität zurückzuführen. Entsprechend ist die Wahl von hochwertigem Beton eine Grundvoraussetzung, um in den Genuss der oben aufgeführten Vorteile zu kommen.

Im Vergleich zu der Alternative Unterkellerung ist zudem mit einem höheren Kostenaufwand für die Dämmung der Fundamentbetonplatte zu rechnen. Darüber hinaus fehlt euch bei dieser Variante der zusätzliche Stauraum, den ein Keller mit sich bringt. Im Falle eines Hausverkaufs kann dies den Wiederverkaufspreis erheblich senken.

Anregungen erwünscht: ein Wort zum Schluss

Sicherlich konnte dieser Beitrag euch einen ersten Einblick in das Thema „Bodenplatte beim Hausbau“ vermitteln. Detaillierte Informationen zu Kosten sowie Sinn und Unsinn dieser Option variieren von Fall zu Fall.

Eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Entscheidung sind Erfahrungsberichte und Tipps von bereits versierten Hausbauern. Entsprechend freuen wir uns über jeden Kommentar zum Stichwort „Bodenplatte“ bzw. „Bodenplatte betonieren“.

Bildquelle: distel2610 | pixabay.com

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