Bausparvertrag für Kinder und Jugendliche

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In die Zukunft der eigenen Kinder und Enkel zu investieren, ist eine vernünftige Entscheidung. Für diese Investition stehen unterschiedliche Konzepte zur Verfügung. Eines davon ist der Bausparvertrag für Kinder und Jugendliche. 

Ein Bausparvertrag kann eine wunderbare Starthilfe für die berufliche Zukunft des Kindes sein. Auch wenn die Zuteilung noch in ferner Zukunft liegt, nimmt er den Druck vor finanzieller Unsicherheit.

Die monatlichen Sparbeiträge hängen von der vereinbarten Bausparsumme ab. Da diese relativ flexibel gewählt werden kann, fällt eine monatliche Abbuchung vom Gehaltskonto kaum ins Gewicht. Wenn das Geld beispielsweise zum Schulabschluss ausgezahlt wird, ist die Freude umso größer.

Bausparvertrag für Kinder und Jugendliche: zum Vermögensaufbau geeignet?

Zwar sind die Guthabenzinsen momentan wenig attraktiv, doch ist mit dem Abschluss eines Bausparvertrages ein günstiges Bauspardarlehen verbunden. Ein Bausparvertrag ist flexibel und kann zur Finanzierung einer Immobilie, aber auch für andere Dinge eingesetzt werden.

Je früher ihr spart, desto größer ist die später verfügbare Summe. Vielleicht möchten sich eure Kinder mit Eintritt der Volljährigkeit ein eigenes Auto oder einen Auslandsaufenthalt finanzieren. All das ist mit Zuteilung des Geldes aus den Bausparvertrag möglich. Es muss also nicht ausschließlich der Bau eines Hauses sein.

Das Prinzip eines Bausparvertrages

Bei Abschluss des Bausparvertrages legt ihr die Sparsumme fest, die am Ende der Laufzeit ausgezahlt wird. Zum Teil spart ihr sie selbst an. Ein Großteil wird von der Bausparkasse als zinsgünstiges Darlehen zur Verfügung gestellt. Die Mindestsumme beträgt, abhängig von den Konditionen der Bausparkasse, zwischen 3.000 und 10.000 Euro.

Unterschiedliche Laufzeiten zwischen einem und sieben Jahren sind möglich. Der monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich eingezahlte Sparbetrag richtet sich nach der Höhe der Gesamtsparsumme. Normalerweise geben die Bausparkassen einen Richtwert von drei bis fünf Promille vor. Schließt ihr einen Bausparvertrag über die Summe von 20.000 Euro ab, wären das 60 bis 100 Euro.

Aktuell nur geringe Guthabenzinsen auf Bausparverträge

Das niedrige Zinsniveau macht sich auch bei den Guthabenzinsen auf Bausparverträge bemerkbar. Der Zins liegt durchschnittlich zwischen 0,1 bis 1 Prozent, sodass fürs Bausparen keine hohe Rendite zu erwarten ist.

Erst wenn das Sparguthaben auf etwa die Hälfte der vereinbarten Sparsumme angewachsen ist, kann es ausgezahlt werden. Für längere Zeit regelmäßig eine feste Summe anzusparen, kann sich trotzdem lohnen. Ist das Kind volljährig, verfügt es über ein attraktives Startkapital, über das es frei verfügen kann.

Besondere Vergünstigungen für junge Bausparer

Ein Bausparvertrag für Kinder und Jugendliche wird seitens des Staates finanziell belohnt. Die staatliche Wohnungsbauprämie macht den Erwerb von Wohneigentum in späteren Jahren leichter. Bis zur Zuteilung erhalten Jugendliche unter 22 Jahren bei vielen Bausparkassen zusätzliche Zinsen, sodass sich das Zinsguthaben erhöht.

Viele Anbieter erheben außerdem kein Jahreentgelt für junge Sparer. Bei Bausparverträgen für Kinder unter 16 Jahren fallen bei vielen Bausparkassen keine Kontoführungsgebühren an. Bei Verträgen mit über 25-Jährigen ist dies nicht der Fall. Nicht wenige Bausparkassen legen noch einen Jugendbonus obendrauf, der zusätzlich beim Sparen hilft.

Auch vom Arbeitgeber ist ein Zuschuss zum Bausparvertrag möglich, nämlich dann, wenn die vermögenswirksamen Leistungen in den Bausparvertrag einfließen.

Wie wird ein Bausparvertrag vom Staat gefördert?

Kinder ab 16 Jahren erhalten vom Staat eine Wohnungsbauprämie. Nach einer Sperrfrist von sieben Jahren könnt ihr auf das Geld zugreifen. Möchtet Ihr euch das Geld vorher auszahlen lassen, entfällt jedoch die Wohnungsbauprämie. Wurde der Bausparvertrag vor dem 25. Lebensjahr abgeschlossen, ist es nicht gestattet, das Geld im Sinne der Wohnwirtschaft zu verwenden.

Der Anspruch auf die Wohnungsbauprämie ist außerdem einkommensabhängig. Eine Einzelperson darf nicht mehr als 25.600 Euro im Jahr verdienen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein Kind diese Summe überschreitet.

Für höchstens 512 Euro Sparbeiträge jährlich erhaltet ihr einen Zuschuss von 8,8 Prozent. Die höchste Bausparprämie für Singles beträgt dann 45,06 Euro.

Die Auswahl geeigneter Alternativen zur Kapitalanlage ist klein. Deshalb lohnt es sich, nicht auf die Bausparprämie des Staates zu verzichten. Denn wer den Bausparvertrag später zur Immobilienfinanzierung nutzt, profitiert für lange Zeit im Voraus von niedrigen Bauzinsen.

Wofür dürft ihr das Geld aus dem Bausparvertrag verwenden?

Bei Vertragsabschluss muss sich niemand festlegen, wofür das Geld verwendet wird. Während das Bauspardarlehen ausschließlich für Baumaßnahmen sowie Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten verwendet werden darf, gibt es für die Verwendung des Bausparguthabens keine Einschränkungen.

Eltern, Großeltern, Verwandte und Freunde können auch jederzeit Geldgeschenke in den Bausparvertrag einbringen. Das ist häufig besser als etwas zu kaufen, an dem der Beschenkte nicht wirklich Freude hat.

Der Verwendungszweck des Guthabens aus einem Bausparvertrag für Kinder und Jugendliche kann frei gewählt werden. Er ist nicht an den Erwerb oder Bau einer Wohnung oder eines Hauses gebunden. Das Geld kann also auch für die Ausbildung eingesetzt werden.

Wird ein Bausparvertrag für Kinder und Jugendliche zuteilungsreif, beanspruchen die Begünstigten selten ein Bauspardarlehen. Viel häufiger lassen sich die das Guthaben auszahlen, was durchaus Sinn macht. Dennoch bieten die meisten Bausparkassen weiterhin die Möglichkeit an, ein verbilligtes Darlehen fürs Bauen aufzunehmen.

Weitere Informationen zum Thema Bausparvertrag findet ihr auch in unserem folgenden Blogbeitrag: Der Bausparvertrag – Ideallösung oder längst überholt?

Bildquelle: cdubo | Unsplash.com

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