Die Sicherheit ihrer Kinder ist für verantwortungsvolle Eltern ein Thema, das sie immer wieder aufs Neue beschäftigt. Doch während die Fahrt im Auto ohne einen adäquaten Kindersitz für die meisten Mütter und Väter undenkbar ist, werden Gefahren in der scheinbar sicheren Umgebung des eigenen Heims nicht selten unterschätzt. Und doch geschehen gerade hier die meisten Unfälle, bei denen Kinder zu Schaden kommen.

Bei der Einschätzung potenzieller Gefahren für Kinder stehen den subjektiven Wahrnehmungen und persönlichen Einschätzungen von besorgten Eltern die tatsächlichen Fakten gegenüber. Die gefühlten Risiken haben in vielen Fällen nur wenig mit der Realität zu tun.

Ein kindersicheres Haus fängt schon bei der problembewussten Planung an

Betrachtet man aktuelle Statistiken zu den Ursachen von Unfällen mit Kindern, dann lauern die größten Gefahren nicht, wie oftmals vermutet, im Straßenverkehr, sondern genau dort, wo sich Eltern und Kinder gleichermaßen sicher fühlen, im eigenen Heim.

Aufgrund eines veränderten Bewusstseins sind Verkehrsunfälle mit Kindern in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Gerade bei kleineren Kindern bis zu einem Alter von fünf Jahren liegen subjektive Einschätzungen und die tatsächlichen Unfallursachen weit auseinander.

Nur zirka zehn Prozent aller Unfälle mit Kindern dieser Altersgruppe passieren tatsächlich im Straßenverkehr. Bei etwa 66 Prozent aller Ereignisse war die häusliche Umgebung der Unfallort. In den meisten Fällen waren es Stürze, die zu Verletzungen oder sogar zum Tod eines Kindes geführt haben.

Mit einer problembewussten Planung und der entsprechenden Umsetzung beim Bau eines Hauses können viele Gefahrenquellen jedoch von vornherein ausgeschlossen oder zumindest entschärft werden. Viele der jährlich etwa 200.000 Unfälle mit Kindern im häuslichen Umfeld, von denen immerhin etwa 180 tödlich ausgehen, könnten mit Hilfe entsprechender baulicher Maßnahmen vermieden werden.

Darum ist Kindersicherheit beim Hausbau so wichtig

Nicht selten ist der Grund für einen Hausbau der Nachwuchs, der bereits vorhanden ist oder demnächst das Licht der Welt erblicken wird. Ein erhöhter Platzbedarf und der Wunsch, in den eigenen vier Wänden zu leben, steht oft in direkter Verbindung mit der Familienplanung. Aus diesem Grund ist es wichtig, bereits bei der Konzeption eines neuen Hauses die Bedürfnisse von Kindern nicht aus dem Auge zu verlieren.

Um potenzielle Gefahren im häuslichen Umfeld für den Nachwuchs weitgehend auszuschließen, sollten Sie bereits beim Bau und bei der Planung des Traumhauses entsprechende Maßnahmen ergreifen. So lässt es sich vermeiden, später teure Umbauten vornehmen zu müssen. Werden sowohl bei den Installationen als auch bei der Einrichtung grundlegende Sicherheitsaspekte berücksichtigt, sind Sie und das neue Haus bestens für das Leben mit Kindern gerüstet.

Den größten Gefahrenquellen für Kinder im eigenen Heim begegnen

Potenzielle Gefahrenquellen finden sich im gesamten Haus in unterschiedlicher Ausprägung. Nicht nur in der Küche und im Bad, sondern auch in den Wohnräumen lauern Risiken, die in vielen Fällen mit einfachen Mitteln und einer problembewussten Planung nachhaltig gebannt werden können.

Die meisten Unfälle von Kindern im häuslichen Umfeld sind auf Stürze zurückzuführen. Deshalb ist es besonders wichtig, Treppen entsprechend abzusichern.

Ein Schutzgitter, das den Zugang zur Treppe verhindert, ist deshalb für ein kindersicheres Haus unbedingt zu empfehlen. Auch die Treppe selbst sollte möglichst geschlossen gestaltet werden, da so ein Durchrutschen zwischen den einzelnen Stufen verhindert werden kann.

Stürze aus Fenstern in größerer Höhe haben mitunter besonders tragische Folgen. Gegen das unbefugte Öffnen helfen spezielle Kindersicherungen, die in das Fenstersystem eines kindersicheren Hauses integriert werden können.

Entdeckerdrang von Kindern in sichere Bahnen lenken

Der Forscherdrang von Kindern ist in hohem Maße ausgeprägt. Deshalb lieben sie es auch, auf Schränke oder Arbeitsplatten zu klettern. Bei der Suche nach Kletterhilfen sind die kleinen Entdecker recht erfinderisch. Nicht nur in Reichweite befindliche Hocker und Stühle, sondern auch herausgezogene Schubladen, die dazu noch interessante Objekte enthalten, können beim Aufstieg auf die Arbeitsplatte wertvolle Dienste leisten.

Mit speziellen Sicherungen an den Schubladen, die das Herausziehen verhindern, kann der allzu ungestüme Forscherdrang in sichere Bahnen geleitet werden. Gerade in der Küche mit der großen Zahl an technischen Geräten lauern jedoch noch weitere Gefahren.

So üben etwa die Töpfe auf dem Herd eine geradezu magische Anziehungskraft auf Kinder aus. Damit diese nicht von der heißen Platte gezogen werden können, was schmerzhafte Verbrennungen zur Folge haben könnte, ist die Anbringung eines Schutzgitters am Herd durchaus empfehlenswert.

Eine Abdeckung der Knöpfe, die ein Einschalten des Herdes durch spielende Kinder verhindern, trägt ebenso zu mehr Sicherheit bei wie ein Schutz gegen heiße Backofentüren.

Mit einfachen Lösungen wird auch das Bad kindersicher

Aber nicht nur in der Küche, sondern auch im Bad kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Damit sich Ihr Kind nicht allein im Bad einschließen kann, sollte der Schlüssel nicht im Türschloss, sondern an einem Haken in größerer Höhe deponiert werden.

Gut verschlossen sollten dagegen Medikamente und Putzmittel aufbewahrt werden. Die entsprechenden Schränke müssen stets gut gesichert sein, um Vergiftungen durch die Aufnahme schädlicher Substanzen zu verhindern.

Kleine Kinder dürfen außerdem niemals unbeaufsichtigt in der Badewanne zurückgelassen werden. Hier sollte die Gefahr des Ertrinkens nicht unterschätzt werden.

Maßnahmen schon beim Bau berücksichtigen

Nicht weniger wichtig als der Schutz vor Wasser ist der Schutz vor Stromschlägen. Aus diesem Grund sollten grundsätzlich alle Steckdosen in einem kindersicheren Haus mit entsprechenden Sicherungen versehen werden. Neben Angeboten zum Nachrüsten gibt es auch solche, die direkt in die Steckdosen integriert sind.

Entscheiden Sie sich beim Bau eines neuen Hauses für ein solches System, kann die Gefahr von Stromunfällen mit Kindern von Anfang an effektiv minimiert werden. Auch andere Sicherheitsaspekte, wie etwa eine an allen Orten ausreichende Beleuchtung, können bereits bei der Planung eines Hauses berücksichtigt werden.

Über die baulichen Maßnahmen hinaus sollten Sie auch bei der Auswahl der Möbel auf die Sicherheit Ihrer Kinder achten. Tische und Schränke mit abgerundeten Ecken sind solchen mit scharfen Kanten vorzuziehen, da sich die Kleinen nicht selten an den Möbeln stoßen. Eine Absicherung von Ecken und Kanten ist aber auch mit aufsteckbaren Rundkanten möglich, die wieder entfernt werden können, wenn die Kinder größer geworden sind.

Wenn Sie noch weitere Tipps und Anregungen für ein kindersicheres Haus oder Fragen zu diesem Thema haben, nutzen Sie doch einfach die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag. Wir freuen uns jederzeit, wenn Sie uns Ihre Meinung sagen.

Bildquelle: Daiga Ellaby | Unsplash

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