Die wichtigsten Gütesiegel für Fertighäuser im Überblick

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Heutzutage gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Gütesiegeln, zum Beispiel bei Lebensmitteln, beim Buchen einer Reise und selbstverständlich auch beim Hausbau. Dabei solltet ihr stets darauf achten, dass die Siegel und Zertifizierungen von öffentlich geprüften Stellen vergeben werden. Nur so könnt ihr sicher sein, dass sie ihren Zweck erfüllen. Welche Gütesiegel beim Bau eines Fertighauses relevant für euch sein können, verraten wir euch in diesem Beitrag.  

Direkt einsteigen möchten wir mit einer Auflistung, in der wir die wichtigsten Gütesiegel für den Hausbau für euch aufgelistet haben. Diese haben wir in die Kategorien “Qualität und Zuverlässigkeit”, “Umwelt und Verantwortung” sowie “Energie und Zukunft” unterteilt. Somit erfahrt ihr, was genau sich hinter den einzelnen Siegeln und Zertifizierungen verbirgt.

Qualität und Zuverlässigkeit

QDF (Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau)

Das QDF-Gütesiegel gibt es seit 1989. Es zählt zu den umfangreichsten Gütesiegeln im deutschen Fertighausbau. Mit einem Siegel der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) verpflichten sich die in Deutschland führenden Fertighaushersteller, ihre Fertighäuser oberhalb der gesetzlichen Mindestanforderungen herzustellen sowie zu erbauen.

Damit diese Standards eingehalten werden, finden regelmäßige Kontrollen, sowohl direkt im Werk, als auch auf der Baustelle statt. Vergeben wird das QDF-Siegel vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF).

Der BDF oder auch “Bundesverband Deutscher Fertigbau” besteht seit 1961 und vertritt die Interessen der industriellen sowie bundesweiten Hersteller von Häusern in Holzfertigbauweise. Der Verband repräsentiert mit Hilfe seiner Mitgliedsunternehmen die mittelständische Fertighausindustrie in Deutschland. Zudem ist dieser der Betreiber der modernsten Musterhausausstellung (Fertighauswelt) in Europa.

DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e. V.)

Bei dem sogenannten DGNB-Zertifikat handelt es sich um ein Qualitätszertifikat für nachhaltiges Bauen. Das Zertifikat wurde erstmalig 2009 auf der Fachmesse BAU in München von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen verliehen.

Dabei fördert die DGNB Lösungen, die für das nachhaltige Bauen entwickelt werden. Um die Zertifizierung zu erhalten, muss der Bauherr einen Auditor der Gesellschaft beauftragen, welcher das Fertighaus unter anderem auf ökologische, ökonomische, technische sowie funktionale Qualität überprüft.

BNK (Bewertungssystem nachhaltiger Kleinwohnungsbau)

Das Bewertungssystem nachhaltiger Kleinwohnungsbau (BNK) wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit ins Leben gerufen. Es sichert die Qualitätsstandards für Ein- und Zweifamilienhäuser. Hierbei werden die Häuser in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit bewertet. Das BNK-Gütesiegel soll die Transparenz für Bauherren erhöhen.

RAL (Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnungen e. V.)

Das RAL-Gütesiegel – ehemals “Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen”, kennzeichnet Produkte oder Dienstleistungen von Unternehmen, die diese nach einem hohen und vorab genau festgelegten Qualitätsstandard herstellen bzw. diese anbieten.

Dabei verfügt die RAL für jede Produkte- und Leistungsgruppe über ein spezielles Anerkennungsverfahren. Mit dem RAL-Gütesiegel wird garantiert, dass alle Prozesse für Herstellung, Fertigung sowie Montage regelmäßig hinsichtlich der bautechnischen Kriterien überwacht werden.

CE (Conformité Européenne)

Mit dem CE-Gütesiegel (Conformité Européenne), was ins Deutsche übersetzt “europäische Konformität” bedeutet, werden Produkte gekennzeichnet, welche die Anforderung zur Gewährleistung von Gesundheitsschutz, der Sicherheit sowie dem Umweltschutz einhalten.

Wer das CE-Gütesiegel in Anspruch nehmen möchte, muss sicherstellen, dass sein Produkt den europäischen Vorschriften entspricht. Zudem wird es dem sogenannten Konformitätsbewertungsverfahren unterzogen. Das Prüfverfahren wird hierbei von einem durch den Hersteller beauftragen Bevollmächtigten mit Sitz in der europäischen Gemeinschaft durchgeführt (Beispiel: Deutsche Institut für Bautechnik)

DIN EN ISO 9001 (Internationale Norm für Qualitätsmanagementsysteme)

Die DIN EN ISO 9001 wurde von der ISO (International Organization for Standardization) entwickelt und ist die internationale Norm für Qualitätsmanagementsystem – kurz QMS. Unternehmen mit dieser Zertifizierung garantieren eine gleichbleibend hohe Produkt- und Dienstleistungsqualität, welche unabhängig von Branche, Ausrichtung oder Größe des Unternehmens ist.

Hierfür prüft ein Auditor, welcher vom Unternehmen bestellt werden muss, alle Abläufe des Qualitätsmanagements, optimiert diese und verpflichtet zur Einhaltung der vorgegebenen Kriterien. Ein Auditor für die Vergabe einer DIN EN ISO 9001 – Zertifizierung kann unter anderem beim TÜV oder der DEKRA beauftragt werden.

Creditreform (CrefoZert)

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform vergibt das sogenannte Bonitätszertifikat (CrefoZert). Dieses Zertifikat bescheinigt dem Unternehmen, dass es über ein tadellos geschäftliches Verhalten verfügt und die Zukunftsprognosen positiv sind. Für die Prüfung zur Eignung des “CrefoZert´s” zieht die Creditreform vergangene und aktuelle Jahresabschlüsse heran und befragt das Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage.

Der sogenannte Bonitätsindex wird im Anschluss anhand dieser und weiteren Kriterien ermittelt. Dabei wird das CrefoZert nur an Unternehmen vergeben, welche über eine außergewöhnlich hohe Bonität verfügen.

Umwelt und Verantwortung

PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes)

Bei dem PEFC-Gütesiegel, auch Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen genannt, handelt es sich um den sogenannten “Wald-TÜV”. Darunter versteht man ein unabhängiges und transparentes System, welches die nachhaltige Waldbewirtschaftung sicherstellen soll.

Das Gütesiegel basiert auf sehr strengen Qualitätsstandards. Mit diesem werden nur Produkte ausgezeichnet, welche vom Rohstoff bis hin zum gebrauchsfertigen Gegenstand von einem unabhängigen Gutachter kontrolliert wurden.

Umweltpakt Bayern

Der Umweltpakt Bayern wurde erstmalig im Jahr 1995 unterzeichnet. Es handelt sich hierbei um eine Vereinbarung zwischen der bayerischen Staatsregierung und der bayerischen Wirtschaft. Die Urkunde für den “Umweltpakt Bayern” wird an Unternehmen verliehen, welche sich freiwillig zu einem hohen Maß für den Umweltschutz sowie einem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen verpflichten.

Blauer Engel

Beim Blauen Engel handelt es sich um ein Gütesiegel der RAL, in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt. Produkte, welche mit diesem Umweltzeichen ausgezeichnet sind, erfüllen hohe Ansprüche an Umwelt-, Gesundheit- und Gebrauchseigenschaften. Dabei wird immer der gesamte Lebensweg des Produktes betrachtet. Hierfür werden für jede Produktgruppe individuelle Prüfkriterien erarbeitet, welche zudem alle drei bis vier Jahre vom Umweltbundesamt erneut einer Prüfung unterzogen werden.

OHSAS18001 (Arbeitsschutzmanagementsystems)

Bei der OHSAS18001 handelt es sich um eine weltweite und branchenübergreifende Norm zur Vermeidung von Unfällen und Überlastungen in Unternehmen. Voraussetzungen für die Zertifizierung sind unter anderem bestehende Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitet und die Einhaltung des Arbeitsschutzmanagementsystems.

Das Zertifikat kann von Stellen wie dem TÜV oder der Dekra vergeben werden. Hierfür wird mit dem jeweiligen Prüfer im Unternehmen ein Audit durchgeführt, in dem alle Vorgaben und Kriterien genau unter die Lupe genommen werden. Die ISO 45001 löst zudem ab März 2021 die OHSAS18001 ab.

Energie und Zukunft

KfW-Effizienzhäuser

Die KfW-Effizienzhäuser 40, 40plus und 55 definieren die unterschiedlichen Standards der Effizienzhäuser. Hierbei gilt: Je kleiner der Wert, umso weniger Energiebedarf benötigt die Immobilie und desto mehr Förderung kann der Bauherr in Anspruch nehmen.

Das KfW-Effizienzhaus 40plus zählt hierbei zum Spitzenstandard. Denn dieses wird zusätzlich mit einem “Plus-Paket” ausgestattet, welches unter anderem eine Photovoltaik-Anlage sowie ein Lüftungssystem beinhaltet. Bauherren haben hierdurch Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen bei der KfW-Bank.

MINERGIE

Minergie ist seit 1998 der Schweizer Standard für Komfort, Effizienz und Werterhalt. Im Fokus stehen hier der Wohn- und Arbeitskomfort für die Hausherren sowie die Nutzung von alternativen Energiequellen und der minimale Energieverbrauch.

Um das Gütesiegel zu erhalten, müssen die Minergie Standards vorab mit einem Projektplaner besprochen werden. Steht das Haus, steht ein Antrag zur Zertifizierung bereit. Im Anschluss werden alle Unterlagen geprüft und es findet ggf. eine Stichprobenkontrolle statt.

Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland

Bei der IG Passivhaus Deutschland handelt es sich um ein Kompetenz-Netzwerk von Passivhaus-Experten. Hierzu zählen unter anderem Architekten, Hersteller, Bauherren oder auch Entwickler. Ziel der Informations-Gemeinschaft Deutschland ist es, die Förderung und Weiterverbreitung des Passivhauses voranzutreiben.

Eine ganze Reihe an Gütesiegeln

Der Hausbau ist eine Investition fürs Leben und genau aus diesem Grund solltet ihr stets auf eine gewisse Qualität achten. Gütesiegel für Fertighäuser liefern dafür sehr gute Anhaltspunkte, um nicht nur eben diese Qualität zu gewährleisten, sondern auch für eine gewisse Nachhaltigkeit zu sorgen und vorausschauend zu bauen.

Welche Gütesiegel spielen für euch eine besonders große Rolle? Oder gibt es vielleicht sogar das ein oder andere Siegel, das ihr liebend gerne außen vor lasst? Hinterlasst gerne einen Kommentar und schildert eure Erfahrungen.

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