Fertighaus-Boom: Anteil der Fertighäuser auf neuem Rekordhoch

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Fertighäuser erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Vor allem im vergangenen Jahr war dieser Fertighaus-Boom nicht mehr zu übersehen: Insgesamt fast jede vierte für Ein- und Zweifamilienhäuser beantragte Baugenehmigung erteilten die Behörden für ein Fertighaus.

Fertighäuser sind in Deutschland schon seit Längerem auf dem Vormarsch: Seit 2007 hat sich der Markt für Werk vorgefertigte Häuser etwa verdoppelt. Insgesamt wuchs der Häusermarkt in der gleichen Zeit um etwa ein Viertel, wie spiegel.de zu entnehmen ist.

2021 genehmigten die Bauämter insgesamt etwa 110.000 neue Ein- und Zweifamilienhäuser. 25.500 davon waren als „Häuser in Holz- und Fertigbauweise“ geplant, was einen neuen Rekord darstellt. Gegenüber dem Vorjahr wuchsen die Baugenehmigungen in dieser Kategorie um gut 8 Prozent.

Große regionale Unterschiede

Was die Beliebtheit von Fertighäusern angeht, gibt es in Deutschland ein ausgeprägtes Nord-Süd- und ein leichtes Ost-West-Gefälle: Im Süden machen die Montagehäuser in den meisten Bundesländern einen deutlich höheren Anteil an Baugenehmigungen aus als im Norden. Spitzenreiter ist dabei Baden-Württemberg mit einem Anteil von knapp 39 Prozent, dicht gefolgt von Hessen mit 37 Prozent. In Thüringen, Rheinland-Pfalz und Bayern ging jeweils ein gutes Viertel aller Baugenehmigungen für Fertighäuser ein.

Den geringsten Anteil an Fertighäusern gab es 2021 in Bremen: Hier wurde nur in 7 Prozent der genehmigten Bauanträge ein vormontiertes Haus gebaut. Ebenfalls keine Fans von Fertighäusern scheinen Niedersachsen mit 9 Prozent, Hamburg mit 11 Prozent und Sachsen-Anhalt mit knapp 12 Prozent zu sein zu sein. Die restlichen Bundesländer bewegen sich im Mittelfeld. Auffällig ist hier nur, dass in Berlin Fertighäuser mit rund 32 Prozent an den Baugenehmigungen für den Norden relativ beliebt sind.

Fertighäuser heute: Besser als ihr Ruf

Historisch betrachtet mutet die Ablehnung in Norddeutschland gegenüber den vormontierten Fertigbauhäusern beinahe ironisch an: Das Wolgasthaus, das als erstes individuelles Fertighaus der Welt gilt, stammt schließlich von der gleichnamigen Firma aus Mecklenburg-Vorpommern. Bereits 1868 bot Die Wolgaster Actien-Gesellschaft für Holzbearbeitung ihren Kunden die Zusammenstellung ihres individuellen Wunschhauses aus einzelnen Bauteilen in einem Katalog. 1893 reiste ein solches Haus in Einzelteilen auf die Weltausstellung in Chicago und wieder zurück nach Europa. Bis heute steht es als Villa Blumenthal im österreichischen Bad Ischl.

Ihren endgültigen Durchbruch schafften Fertighäuser Anfang der 40er Jahre in den USA. Nach dem zweiten Weltkrieg erfreuten sie sich auch in Deutschland steigender Beliebtheit – schließlich war der Bedarf an neuen Häusern für den Aufbau so groß wie nie zuvor. Ab den 60er Jahren boomte der Markt für Fertighäuser wie nie zuvor.

In den folgenden Jahrzehnten geriet die Bauweise aber wegen der fehlenden Individualität und den mehreren Skandalen rund um Schadstoffe in den Materialien in Verruf. Längst haben die Hersteller auf diese Vorwürfe reagiert und individuell planbare Fertighäuser aus hochwertigen Baustoffen erleben einen steilen Aufstieg, dem selbst die Corona-Krise nichts anhaben konnte.

Wie wird ein Fertighaus gebaut?

Fertighäuser gibt es in vielen verschiedenen Arten und Varianten. Viele Menschen haben beim Wort „Fertigbauhaus“ sofort ganze Viertel von identisch aussehenden und langweilig schlichten „Häusern von der Stange“ vor den Augen. Tatsächlich machen diese seriell gefertigten Typenhäuser derzeit nur etwa ein Drittel aller Fertighäuser aus. Der Rest wird nach den individuellen Wünschen der Bauherren geplant und gefertigt.

Typisch und namensgebend für das Fertighaus und damit allen Modellen gemein ist, dass sie in einer Fabrik vorgefertigt und die einzelnen Teile auf der Baustelle nur noch montiert werden. Dabei gliedert sich der Bau von Fertighäusern typischerweise in 5 Phasen:

  1. Vorfertigung der Wände im Werk
  2. Vorbereitung in der Produktionshalle
  3. Transport zur Baustelle
  4. Bau des Fertighauses
  5. Abschließende Arbeiten

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Schritten und wie ein Fertighaus im Detail entsteht, erfahrt ihr hier: Wie entsteht ein Fertighaus? 5 Schritte bis zum Einzug

Diese Vorteile haben Fertighäuser

Der derzeitige Fertighaus-Boom in Deutschland beruht darauf, dass der Bau von Fertighäusern heute so bequem und modern ist wie noch nie. Die in der Fabrik vorgefertigten Bauteile, die vor Ort nur noch zusammengesetzt werden müssen, bringen eine Vielzahl an Vorteilen mit sich:

  • Fixe Baukosten: Die Kosten für das Material, die Fertigung der Bauteile und den anschließenden Aufbau lassen sich sehr genau planen. Auf Bauherren warten daher nur selten teure Überraschungen.
  • Kurze Bauzeit: Die Montage eines Fertighauses vor Ort dauert nur ein bis zwei Tage. Danach folgt der Innenausbau über wenige Wochen. Dadurch können Fristen besser eingehalten werden und ihr seid weniger von Wintereinbrüchen oder Wetterumschwüngen betroffen.
  • Planungssicherheit: Bei Fertighäusern kommt es nur selten zu Verzögerungen oder Mehrkosten, sodass ihr euren Um- und Einzug optimistisch und ohne Unsicherheit planen könnt.
  • Architekten-Fertighaus: Moderne Fertighaus-Anbieter lassen euch euer Traumhaus von einem Architekten individuell planen, sodass ihr auf nichts verzichten müsst.
  • Individualisierbarer Bauprozess: Dank unterschiedlicher Ausbaustufen entscheidet ihr, wieviel eures Hauses fertig von der Stange kommen soll und was ihr individuell selbst übernehmt.
  • Musterhäuser: In den Musterhäusern des Herstellers bekommt ihr das perfekte Gefühl dafür, wie ihr euer eigenen Zuhause gestalten wollt und lasst euch gratis inspirieren.
  • Hohe Energieeffizienz: Die meisten Fertighäuser entsprechen heute dem Standard eines KfW-Effizienzhauses. Dementsprechend spart ihr dauerhaft Nebenkosten, ohne dafür zusätzlich beim Bau investieren zu müssen.
  • Nachhaltige Baustoffe: Beim Bau von Fertighäusern kommt viel Holz, das zu den nachhaltigsten Baumaterialien überhaupt zählt, zum Einsatz.
  • Wenig Stress: Mit einem schlüsselfertigen Fertighaus spart ihr euch den Stress mit widerspenstigem Wetter, unzuverlässigen Handwerkern und genießt von Anfang das sorgenfreie Leben im Eigenheim.

Mehr über die zahlreichen Vorteile von Fertighäusern erfahrt Ihr in unserem Blogartikel genau zu diesem Thema: Vorteile beim Fertighaus.


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