Die Integration einer Brennstoffzellen-Heizung ist kein günstiges Vergnügen. Doch gerade für die Steigerung der Energieeffizienz hat die Nutzung von Brennstoffzellen eine große Bedeutung. Nicht nur, weil sie umweltfreundlich sind und auf sparsame Weise Wärme erzeugen. Sie decken den Grundbedarf an Strom eines vierköpfigen Familienhaushaltes problemlos für ein komplettes Jahr ab.

Das Prinzip der Brennstoffzelle ist knapp 200 Jahre alt und wurde 1838 von Christian Friedrich Schönbein, einem deutschen Chemiker, entdeckt. Weiter verfolgt wurde es jedoch nicht, da Strom leichter mit dem elektrischen Generator zu produzieren war. So blieb das Potenzial lange ungenutzt, bis es erneut von der Raumfahrt aufgegriffen wurde. Mittlerweile werden sogar U-Boote mit der Brennstoffzelle angetrieben und Handys mit Zusatzstrom versorgt.

Wie funktioniert die Brennstoffzelle?

Innerhalb der Brennstoffzelle wird der Brennstoff nicht verbrannt, sondern elektrochemisch umgewandelt. Diese chemische Energie entwickelt sich sowohl zu thermischer als auch zu mechanischer Energie. Während die thermische Energie, die Wärme für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung liefert, treibt die mechanische einen Generator an, der elektrische Energie und damit Strom erzeugt.

Eine Brennstoffzellen-Heizung, die mit Erdgas betrieben wird, ist somit alles andere als eine normale Heizungsanlage. Vielmehr ist sie ein kleines Kraftwerk, das beim Hausbau an die spezifischen Anforderungen angepasst wird. So gibt es Anlagen, die den kompletten Wärme- und Strombedarf decken, Beistellgeräte, die vorhandene Heizungsanlagen ergänzen, sowie Geräte, bei denen die Stromerzeugung für kleine und mittlere Gewerbebetriebe im Vordergrund steht.

Die positiven Aspekte der Brennstoffzellen-Anlagen

Bis zu 90 Prozent der Heiz- und Stromkosten werden mit Brennstoffzellen eingespart. Die produzierte Strommenge von 15 kWh pro Tag kann zudem den Grundbedarf eines Haushaltes abdecken, was die hohen Anschaffungskosten relativiert.

Ebenso ist dies der Fall bei den inbegriffenen Wartungen, die fällig werden, sowie den langjährigen Garantien, die mit dem Erwerb einer Brennstoffzellen-Heizung in Kraft treten.

Angesichts der steigenden Strompreise lohnt es sich, den Strom selbst herzustellen und sich damit unabhängig von Energieversorgungsunternehmen zu machen. Der Strom wird durch Brennstoffzellen-Anlagen schließlich vom „eigenen Kraftwerk“ erzeugt.

Beim so genannten „Contracting“ bieten Energieversorgungsunternehmen sogar an, den Betrieb und die Instandhaltung der Brennstoffzellen-Heizung zu übernehmen und eine monetäre Leistung zu erbringen. Die Voraussetzung hierfür ist, dass der Hausbauer dem Unternehmen Energie aus der eigenen Anlage liefert.

Um den Einsatz von Brennstoffzellen-Anlagen zu steigern und die Kosten für den Hausbauer zu minimieren, gibt es einige Förderprogramme, wie zum Beispiel vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie einzelner Bundesländer.

Über das KfW-Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle“ werden Brennstoffzellen-Heizungen seit kurzem gefördert – ungefähr 10.000 Euro Förderung sind darstellbar. Der Zuschuss ist abhängig von der elektrischen Leistung. Nähere Infos hierzu finden Sie unter kfw.de.

Mit der KWK-Einspeisevergütung besteht zudem die Möglichkeit, bisher entstandene Kosten auszugleichen, indem die eigene Anlage in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird, sodass zusätzliche Einnahmen generiert werden.

Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt beim Hausbau an immer größerer Bedeutung. Genau hier punkten Brennstoffzellen-Heizungen durch die geringe Entwicklung von Stickoxiden und Kohlendioxidemissionen, die im Vergleich zu einem herkömmlichen Kessel um bis zu 50 Prozent reduziert werden.

Mehr Stückzahlen bedeuten niedrigere Kosten

Trotz all der positiven Aspekte und Förderprogramme stellt sich weiterhin eine Frage: Wieso gehört der Einsatz von Brennstoffzellen nicht zum Standard beim Hausbau? Ein Grund dafür liegt in den noch immer sehr hohen Anschaffungskosten, die erst bei der Produktion von höheren Stückzahlen der Hersteller gesenkt werden.

Allerdings kosten auch andere Heizsysteme Geld, weshalb Sie die Anschaffungskosten untereinander vergleichen sollten. Zum Beispiel mit denen der Photovoltaik-Anlage, zu der die Brennstoffzelle eine ideale Alternative darstellt. Schließlich liefern Brennstoffzellen-Anlagen dann Strom, wenn Sie am meisten brauchen, nämlich im Winter. Das ist genau die Zeitspanne, in der die PV-Anlage ihre Defizite hat.

Bei einem Wirkungsgrad von 95 Prozent, einer nachhaltigen Wärme- und Stromerzeugung sowie der Grundversorgung über ein ganzes Jahr sollten Sie sich daher schon jetzt mit der Brennstoffzelle auseinandersetzen. Vor allem, da die hohen Kosten durch verschiedene Maßnahmen massiv gesenkt werden können. Es wäre doch schade, wenn die Entdeckung von Christian Friedrich Schönbein ein weiteres Mal im Sand verläuft, oder?

Bildquelle: Breather | unsplash.com

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