Pressdachziegel sind Dachziegel aus Ton, die einzeln in einem Pressverfahren ihre endgültige Form erhalten. Das Herstellungsverfahren ermöglicht zahlreiche Ziegelformen sowie Modelle mit und ohne Falz. Pressdachziegel kommen deshalb bei unterschiedlichsten geneigten Dächern im Neubau und bei Sanierungen zum Einsatz.
Wie werden Pressdachziegel hergestellt?
Bei der Herstellung wird der aufbereitete Ton zunächst zu einem Strang geformt und in einzelne Portionen, sogenannte Batzen, geteilt. Diese gelangen anschließend in eine Formpresse. Dort bestimmen Ober- und Unterform die spätere Gestalt des Dachziegels und gegebenenfalls seine Falze. Nach weiteren Produktionsschritten werden die Ziegel getrocknet und gebrannt.
Von Pressdachziegeln werden Strangdachziegel unterschieden, die während der Herstellung als durchgehender Strang geformt und anschließend zugeschnitten werden.
Welche Pressdachziegel gibt es?
Zu den Pressdachziegeln zählen unter anderem Doppelmuldenfalzziegel, Reformziegel, Flachdachziegel, Glattziegel, romanische Ziegel und verschiedene Sonderformen. Auch traditionelle Mönch-und-Nonnenziegel sowie Krempziegel können im Pressverfahren hergestellt werden.
Falze sorgen bei vielen modernen Modellen dafür, dass benachbarte Dachziegel ineinandergreifen. Dadurch lassen sich Niederschläge kontrolliert über die Dachfläche ableiten und unterschiedliche Deckungsarten realisieren.
Welche Dachneigung benötigen Pressdachziegel?
Eine allgemein gültige Mindestdachneigung für Pressdachziegel gibt es nicht. Entscheidend sind das konkrete Ziegelmodell, die Deckungsart und die Herstellerangaben. Für Dachziegel werden sogenannte Regeldachneigungen angegeben.
Wird die Regeldachneigung unterschritten, können zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor eindringender Feuchtigkeit erforderlich sein. Lasst deshalb Dachziegel und Dachaufbau immer gemeinsam planen. Weitere Hintergründe findet ihr in unserem Lexikoneintrag zur Dachneigung.