Der Begriff „bauseits“ wird in Bauverträgen, Angeboten und Bauleistungsbeschreibungen verwendet. Er bedeutet in diesem Zusammenhang in der Regel, dass eine bestimmte Leistung oder ein benötigtes Material nicht zum Leistungsumfang des beauftragten Unternehmens gehört. Als Bauherren müsst ihr euch selbst darum kümmern und die entsprechenden Kosten zusätzlich einplanen.
Was bedeutet „bauseits“ in der Praxis?
Steht beispielsweise in einem Angebot „Erdarbeiten bauseits“, übernimmt der Hausanbieter diese Arbeiten nicht. Ihr müsst sie selbst organisieren und bezahlen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ihr persönlich zum Bagger greifen müsst. Ihr könnt auch ein anderes Unternehmen mit der Ausführung beauftragen.
Ähnliches gilt für Formulierungen wie „Material bauseits gestellt“. In diesem Fall liegt es in eurer Verantwortung, das vereinbarte Material rechtzeitig und in der erforderlichen Qualität bereitzustellen.
Bauseits ist nicht dasselbe wie Eigenleistung
Von Eigenleistung spricht man, wenn ihr Arbeiten tatsächlich selbst ausführt. Eine bauseitige Leistung müsst ihr dagegen lediglich selbst organisieren beziehungsweise außerhalb des vereinbarten Leistungsumfangs vergeben.
Warum solltet ihr auf den Begriff achten?
Bauseitige Leistungen können den zunächst angebotenen Hauspreis erheblich erhöhen. Prüft deshalb vor Vertragsabschluss genau, welche Positionen mit „bauseits“ gekennzeichnet sind und welche zusätzlichen Kosten dadurch entstehen.
Besonders wichtig ist eine möglichst genaue Bauleistungsbeschreibung. Sie sollte transparent festhalten, welche Leistungen der Anbieter übernimmt und was ihr selbst organisieren müsst. Bei unklaren Formulierungen solltet ihr vor der Vertragsunterschrift nachhaken und die Zuständigkeit schriftlich festhalten.