Armierungsputz ist eine spezielle Putz- beziehungsweise Mörtelschicht, die in Verbindung mit einem Armierungsgewebe die Widerstandsfähigkeit eines Putzsystems erhöht. Die Armierung verteilt auftretende Spannungen innerhalb der Fläche und trägt dazu bei, das Risiko von Rissen im späteren Oberputz zu reduzieren.
Wie funktioniert Armierungsputz?
Der Armierungsputz übernimmt seine Funktion gemeinsam mit einem meist aus Glasfasern bestehenden Armierungsgewebe. Dieses wird in die noch frische Armierungsmasse eingebettet und anschließend vollständig überdeckt. So entsteht eine zusammenhängende Armierungsschicht, die Spannungen besser auf eine größere Fläche verteilen kann.
Armierungsputz kann dadurch beispielsweise Spannungen aufnehmen, die durch unterschiedliche Baustoffe oder temperaturbedingte Bewegungen entstehen. Er kann die Gefahr von Putzrissen reduzieren, ist aber kein Allheilmittel für bereits vorhandene konstruktive Risse oder Bewegungen im Bauwerk.
Armierungsputz beim Wärmedämm-Verbundsystem
Besonders wichtig ist die Armierung bei einem Wärmedämm-Verbundsystem, kurz WDVS. Auf der Dämmschicht wird eine bewehrte Armierungsschicht hergestellt, auf die später der Oberputz beziehungsweise die gewünschte Fassadenbeschichtung folgt. Mehr über den Aufbau solcher Systeme erfahrt ihr in unserem Beitrag zur Fassadendämmung beim Hausbau.
Worauf kommt es bei der Verarbeitung an?
Schichtdicke, Lage des Gewebes, notwendige Überlappungen und die Vorbereitung des Untergrunds richten sich nach dem jeweiligen Putz- oder Dämmsystem. Besonders an Fenstern, Türen, Gebäudeecken und anderen Übergängen kann eine zusätzliche beziehungsweise speziell ausgeführte Armierung notwendig sein.
Wichtig ist deshalb, Armierungsmasse, Gewebe und nachfolgenden Oberputz als aufeinander abgestimmtes System auszuführen und die Herstellervorgaben einzuhalten. Eine fachgerechte Verarbeitung trägt wesentlich dazu bei, spätere Risse und andere Schäden am Putz zu vermeiden.