Chloranisole sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die bereits in sehr niedrigen Konzentrationen einen intensiv muffigen oder schimmelähnlichen Geruch verursachen können. Im Gebäudebereich sind sie vor allem als mögliche Ursache des sogenannten „Fertighausgeruchs“ bei älteren Fertighäusern bekannt.
Wie entstehen Chloranisole im Haus?
Betroffen sein können insbesondere Fertighäuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Damals wurden zum Holzschutz teilweise chlorphenolhaltige Mittel eingesetzt. Unter geeigneten Bedingungen können Mikroorganismen diese Chlorphenole in geruchsintensive Chloranisole umwandeln.
Die Stoffe können anschließend aus belasteten Holzwerkstoffen und anderen Bauteilen in die Raumluft gelangen. Typisch ist ein muffig-modriger Geruch, der leicht mit Schimmel verwechselt werden kann und teilweise auch von Kleidung oder Einrichtungsgegenständen angenommen wird.
Sind Chloranisole gesundheitsschädlich?
Nach bisherigem Kenntnisstand ist bei den üblicherweise in Innenräumen auftretenden Konzentrationen keine direkte toxikologische Gesundheitsgefährdung durch Chloranisole zu erwarten. Der intensive Geruch kann die Wohnqualität und das Wohlbefinden dennoch erheblich beeinträchtigen.
Gerade bei älteren Fertighäusern solltet ihr einen auffälligen Geruch deshalb nicht vorschnell ausschließlich Chloranisolen zuschreiben. Gleichzeitig können beispielsweise Schimmel oder andere Innenraumschadstoffe vorhanden sein.
Was tun bei Fertighausgeruch?
Bei dauerhaft muffigem Geruch ist eine fachgerechte Untersuchung sinnvoll. Je nach Verdacht können Raumluft- und Materialproben helfen, Chloranisole und weitere mögliche Belastungen zu identifizieren und ihre Quellen einzugrenzen.
Die geeignete Sanierung hängt anschließend von Ursache und betroffenen Bauteilen ab. Mitunter müssen belastete Materialien entfernt, ausgetauscht oder technisch von den Innenräumen getrennt werden. Weitere Hintergründe findet ihr in unserem Beitrag zur Sanierung eines älteren Fertighauses.