Der Blower-Door-Test ist eine Luftdichtheitsmessung, mit der überprüft wird, wie viel Luft unkontrolliert durch Fugen und andere Leckagen in der Gebäudehülle strömt. Beim Neubau dient er vor allem der Qualitätssicherung und kann für energetische Nachweise oder bestimmte Förderprogramme erforderlich sein.
Wie funktioniert der Blower-Door-Test?
Für die Messung wird ein Ventilator luftdicht in eine Außentür oder ein Fenster eingesetzt. Er erzeugt unterschiedliche Druckverhältnisse zwischen Innen- und Außenbereich. Gemessen wird, welcher Luftvolumenstrom notwendig ist, um die jeweilige Druckdifferenz aufrechtzuerhalten.
Die Messung erfolgt nach DIN EN ISO 9972:2018-12 mit Über- und Unterdruck. Besonders aussagekräftig ist der sogenannte n50-Wert bei 50 Pascal Druckdifferenz. Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto luftdichter ist die Gebäudehülle.
Welche Grenzwerte gelten?
Wird die gemessene Luftdichtheit beim energetischen Nachweis berücksichtigt, darf die Luftwechselrate bei üblichen Wohngebäuden ohne raumlufttechnische Anlage höchstens 3,0 h⁻¹ und mit einer solchen Anlage höchstens 1,5 h⁻¹ betragen.
Eine Lüftungsanlage allein führt jedoch nicht automatisch zu einer gesetzlichen Pflicht für einen Blower-Door-Test. Zusätzliche Anforderungen können sich beispielsweise aus Förderbedingungen oder vertraglich vereinbarten Energiestandards ergeben.
Wann sollte gemessen werden?
Sinnvoll kann eine erste Messung bereits während der Bauphase sein, sobald die luftdichte Ebene fertiggestellt, aber noch zugänglich ist. Leckagen an Fenstern, Dachanschlüssen oder Durchdringungen lassen sich dann vergleichsweise einfach nachbessern. Eine abschließende Messung dokumentiert anschließend die Luftdichtheit des fertigen Gebäudes.
Eine luftdichte Gebäudehülle reduziert unkontrollierte Wärmeverluste und schützt die Konstruktion vor Feuchteeintrag. Gleichzeitig muss ein ausreichender Luftwechsel sichergestellt sein. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Beitrag zur kontrollierten Wohnraumlüftung.