Blower-Door-Test

Der Blower-Door-Test ist eine Differenzdruckmessung, mit der die Luftdichtheit eines Gebäudes geprüft wird. Ziel ist es, ungewollte Leckagen in der Gebäudehülle aufzuspüren und energetische Schwachstellen zu erkennen – eine wichtige Voraussetzung für energieeffizientes Bauen und gesundes Wohnen.

Wann ist der Test Pflicht?

Der Blower-Door-Test ist bei Neubauten dann verpflichtend, wenn:

  • eine kontrollierte Wohnraumlüftung eingebaut wird (nach GEG – Gebäudeenergiegesetz),
  • Fördermittel z. B. für ein Effizienzhaus beantragt werden,
  • der Nachweis einer bestimmten Luftdichtheit für den Wärmeschutznachweis erforderlich ist.

Auch bei der Sanierung von Altbauten kann der Test sinnvoll sein, um die Qualität der Dämmmaßnahmen zu überprüfen.

So funktioniert der Blower-Door-Test

Für den Test wird in eine Außentür oder ein Fenster ein spezieller Messrahmen mit Ventilator (Blower Door)eingesetzt und luftdicht mit einer Plane abgeschlossen. Dann beginnt die Messung:

1. Unterdruckphase

Der Ventilator saugt Luft aus dem Gebäude. So entsteht ein Unterdruck.

    2. Überdruckphase

    Anschließend wird Luft ins Gebäude geblasen, um einen Überdruck zu erzeugen.

    Ziel ist es, zu prüfen, wie viel Luft durch Undichtigkeiten nachströmt. Ein zu hoher Luftwechsel weist auf Leckagenhin – etwa an Fenstern, Dachdurchführungen oder Steckdosen.

    Mithilfe von Rauchspendern, Thermografie-Kameras oder Luftgeschwindigkeitsmessern lassen sich diese Schwachstellen genau lokalisieren.

    Normen und Grenzwerte

    Die Durchführung erfolgt in der Regel nach DIN EN ISO 9972 (früher DIN EN 13829). Dabei gelten folgende Grenzwerte für die Luftwechselrate (n₅₀):

    • max. 3,0 h⁻¹ für Gebäude ohne Lüftungsanlage,
    • max. 1,5 h⁻¹ für Gebäude mit Lüftungsanlage.

    Diese Werte geben an, wie oft pro Stunde das gesamte Luftvolumen bei 50 Pascal Druckdifferenz ausgetauscht wird.

    Warum ist der Test so wichtig?

    Ein luftdichtes Gebäude ist entscheidend für:

    • geringeren Energieverbrauch (Heizkosten),
    • Schutz vor Bauschäden durch Feuchtigkeit,
    • bessere Raumluftqualität,
    • die Funktion von Lüftungsanlagen,
    • die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (GEG, Förderprogramme).

    Leckagen in der Gebäudehülle können zu Schimmelbildung führen oder das energetische Konzept eines Hauses zunichtemachen.

    Wann sollte der Blower-Door-Test stattfinden?

    Optimalerweise erfolgt der Test in zwei Phasen:

    1. Nach Fertigstellung: Als Qualitätsnachweis und Dokumentation gegenüber Bauherren, Behörden oder Fördergebern.
    2. Während der Bauphase (Rohbauzustand): Hier können Leckagen noch einfach beseitigt werden.

    BauMentor

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