Aufatmen bei künftigen Bauherren: Bundesrat lockert Kreditvergabe

Bauherren und die, die es noch werden wollen, dürfen aufatmen, denn vor genau einer Woche hat der Bundesrat beschlossen, die Regularien für die Kreditvergabe zu lockern. Die Forderungen des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) wurden damit erhört. Aufatmen bei künftigen Bauherren: Bundesrat lockert Kreditvergabe weiterlesen

Aktuelles zu den Bauzinsen: Lohnt sich der Hausbau noch?

Die Bauzinsen gehören zu den entscheidenden Kostenfaktoren einer Baufinanzierung. Für potenzielle Bauherren, die eine Fremdfinanzierung benötigen, ist die Zinsentwicklung daher von größter Bedeutung. Wir informieren Sie über die aktuellen Zinsen für Immobilienkredite, erläutern wichtige Einflussfaktoren auf das Zinsniveau und geben Ihnen einen Ausblick auf die künftige Zinsentwicklung. Aktuelles zu den Bauzinsen: Lohnt sich der Hausbau noch? weiterlesen

11 Gründe, die für den Bau eines Fertighauses sprechen

Haben sie bereits über den Bau eines eigenen Fertighauses nachgedacht? Oder überlegen Sie noch, warum es ausgerechnet ein Fertighaus sein soll? Keine Sorge, wir haben uns diesen Fragen angenommen und verraten Ihnen die Antworten darauf im heutigen Beitrag. 11 Gründe, die für den Bau eines Fertighauses sprechen weiterlesen

Batterien für Photovoltaikanlagen: Für wen lohnen sich Stromspeicher?

Immer mehr Fertighaus-Interessenten investieren in einen Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen. Wir informieren Sie darüber, worauf Privathaushalte und Unternehmen bei der Entscheidung für eine Photovoltaik-Speicherbatterie achten sollten. Batterien für Photovoltaikanlagen: Für wen lohnen sich Stromspeicher? weiterlesen

Das DGNB-Zertifikat wird weiter an Bedeutung gewinnen

Nachhaltiger Wohnungsbau realisiert sich in mehr Kriterien als in der Verringerung des CO2-Ausstoßes. Gerade deshalb bescheinigt Hermann Horster von der BNP Paribas Real Estate dem deutschen DGNB-Label eine größere zukünftige Rolle in nationaler und internationaler Hinsicht. Das DGNB-Zertifikat wird weiter an Bedeutung gewinnen weiterlesen

KfW-Effizienzhaus-Standards – Was sie bedeuten und wie Sie Ihre Förderung bekommen

Sie wollen ein Fertighaus bauen und dabei von attraktiven KfW-Förderungen profitieren? Dann sollten Sie beim Bau auf KfW-Effizienzhaus-Standards achten. KfW-Effizienzhaus-Standards – Was sie bedeuten und wie Sie Ihre Förderung bekommen weiterlesen

Kosten nach dem Hausbau: Damit müssen Sie rechnen

Versicherungen, Reparaturen, laufende Kosten – ein eigenes Haus kann über die Jahre einige Kosten verursachen. Am Anfang steht nur der Kaufpreis, doch bei diesem alleine bleibt es nicht. In unserem heutigen Beitrag erfahren Sie daher alles über die (laufenden) Kosten nach dem Hausbau.

In einem der vergangenen Blogartikel haben wir Ihnen bereits einige Tipps zur Baufinanzierung mit auf den Weg geben. Wenn Sie diesen gelesen haben, dann ist Ihnen sicherlich bewusst, dass Sie auch nach dem Hausbau nicht von Folgekosten verschont bleiben.

Kosten, die Sie einplanen sollten

Die Anschlusskosten sollten Sie von Anfang an bei der Finanzierung Ihres Fertighauses einkalkulieren, um später böse Überraschungen auf dem Bankkonto zu vermeiden. Welche auf Sie zukommen werden, haben wir in der folgenden Übersicht für Sie aufgelistet:

Grunderwerbsteuer und Grundbuch-Eintrag

Wer im Inland ein Grundstück, Haus oder eine Eigentumswohnung kauft, für den wird eine Grunderwerbsteuer fällig. Je nach Bundesland beträgt diese 3,5 bis 6,5 Prozent des Gesamtkaufpreises. Dazu können noch die Gebühren für einen Notar und den Grundbuch-Eintrag eingeplant werden.

Grundsteuer

Haus- und Wohnungsbesitzer müssen jährlich eine Grundsteuer entrichten. Diese wird mit einer komplizierten Rechnung ermittelt. Das Finanzamt legt zunächst einen Einheitswert fest. Dieser bestimmt den Wert der Immobilie zum 1.1.1964 (alte Bundesländer) und zum 1.1.1935 (neue Bundesländer).

Bei später errichteten Gebäuden wird der Wert auf das jeweilige Datum zurückgerechnet. Daher liegt der Einheitswert meist deutlich unter dem tatsächlichen Wert der Immobilie. Dieser Einheitswert wird nun mit einer Steuermesszahl multipliziert. Diese Steuermesszahl liegt zwischen 2,6 und 10,0. Entscheidend ist, um welchen Immobilientyp es sich handelt und ob sich das Gebäude in den neuen oder alten Bundesländern befindet.

Ergebnis ist der Grundsteuermessbetrag. Dieser wird wiederum mit einem Hebesatz multipliziert, der von der jeweiligen Gemeinde abhängt. Sinnvoll ist es, sich schon vor dem Hauskauf über die Höhe des Hebesatzes in der Gemeinde zu informieren.

Liegt der Hebesatz in Bayern beispielsweise bei 386 Prozent könnte er in Berlin bei 810 Prozent liegen. Somit würde die Grundsteuer in Bayern, bei einem Einheitswert von 50.000 Euro, im Schnitt bei 500 Euro liegen. In Berlin dagegen bei circa 1.000 Euro.

Kosten für Straßenreinigung und Müllentsorgung

Zu diesen Kosten zählt die Gebühr für die öffentliche Straßenreinigung. Diese hängt ebenfalls von der jeweiligen Gemeinde ab. Auch Gebühren für die Müllentsorgung müssen entrichtet werden. Dazu kommen die Kosten für die Mülltonnen.

Eigentümer können oft selber entscheiden, wie groß die Tonnen sein sollen. Pro Person wird jedoch eine bestimmte Literzahl je Tonne gerechnet. Die Berechnung der Müllkosten ist auch von der Art des Mülls abhängig. Hier wird zwischen Restmüll, Biomüll, und Papier unterschieden.

Es lohnt sich ein Blick in die Betriebskostenverordnung, um einen Überblick zu erhalten. Die jährlichen Kosten für Biomüll liegen bei 40 bis 60 Euro, für Restmüll bei 170 bis 200 Euro und für Papier bei 30 bis 40 Euro.

Die jährlichen Kosten für die Straßenreinigung liegen im Durchschnitt bei drei bis acht Euro je Meter Frontlänge des Grundstücks.

Kosten für den Schornsteinfeger

Ein Schornsteinfeger überprüft zum Beispiel regelmäßig die Heizungsanlage. Wer einen Kaminofen besitzt, der muss den dazugehörigen Schornstein einmal im Jahr kehren lassen.

Alle drei Jahre sollte zudem eine Besichtigung der Feuerstätte stattfinden, bei welcher überprüft wird, ob der Ofen noch sicher betrieben werden kann. Die Kosten der Dienstleistungen für einen Schornsteinfeger belaufen sich auf 70 bis 130 Euro.

Wasser und Abwasser

Mittlerweile sind fast alle Häuser an die öffentliche Wasserversorgung und das Kanalisationsnetz angeschlossen. Je nach Gemeinde können beispielsweise Kosten für Wasserverbände anfallen. Außerdem sind Abwassergebühren fällig.

Strom- und Heizkosten

Auch hier fallen wiederkehrende Kosten an und richten sich nach dem tatsächlichen Verbrauch. Je nach Stromanbieter, können diese höher oder niedriger ausfallen. Ein Vergleich der verschiedenen Stromanbieter lohnt sich.

Die Kosten für den Heizungsbetrieb hängen von der Versorgungsquelle und der Gebäudeart ab. Es ist ein großer finanzieller Unterschied, ob die Heizung mit Fernwärme, Öl, Gas, Strom oder Pellets betrieben wird. Öl oder Pellets müssen zum Beispiel regelmäßig angeliefert werden, wobei zusätzliche Kosten anfallen.

Die jährlichen Stromkosten für einen Zwei-Personen-Haushalt (2500 kWh) liegen im Durchschnitt (je nach Anbieter und Region) bei 350 bis 650 Euro. Die jährlichen Heizkosten für eine Gasheizung (1000 Kubikmeter Gas) liegen bei 800 bis 1.000 Euro.

Telefon- oder Kabelanschluss

Für einen Telefon- oder Kabelanschluss entstehen zusätzliche Kosten. Je nach Anbieter und Tarif können hier zwischen 30 und 100 Euro im Monat fällig werden, die Sie auf alle Fälle mit in Ihre Kalkulation einbeziehen sollten.

Kosten für Versicherungen

Natürlich sollte sich ein Eigentümer auch für Schadensfälle finanziell absichern. Dafür eignet sich der Abschluss von Versicherungen. Unverzichtbar sind eine Privathaftpflicht für Eigenheimbesitzer (bzw. Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht bei vermieteten Objekten), eine Wohngebäudeversicherung und eine Elementarschaden-Police.

Wird die Immobilie vom Eigentümer noch abbezahlt, ist eine Restschuld- bzw. Risikolebensversicherung empfehlenswert. Natürlich kann auch eine Hausratversicherung, Glas- oder Rechtsschutzversicherung von Vorteil sein.

Kommt es irgendwann zu einem Schaden im oder am Haus, können die entstehenden Kosten bei der Versicherung geltend gemacht werden.

Kosten für Reparaturen, Instandhaltung und Modernisierung

Eingeplant werden müssen auch Kosten für Reparaturen, Modernisierungen oder Instandhaltungen am Haus. Hier sollten Sie unbedingt Rücklagen bilden. Empfohlen wird, dass monatlich pro Quadratmeter, ein Euro für Reparaturen/ Instandhaltungen zurückgelegt wird.

Es ist sehr wichtig, dass diese Rücklagen schon zu Beginn gesichert werden, da im Laufe der Jahre durchaus hohe Kosten entstehen können.

Rechenbeispiel für die Nebenkosten des Eigenheims

Anhand eines Beispiel für ein Effizienzhaus 55 mit der Größe von 140 Quadratmetern auf einer Grundstücksfläche von 400 Quadratmetern möchten wir Ihnen die Kosten nach dem Hausbau verdeutlichen. Zu berücksichtigen ist am Beispiel auch, dass der Zwei-Personen-Haushalt über eine Gasheizung verfügt und sich das Haus in Köln befindet.

  • Hausratversicherung:
    • jährlich: 200 Euro
    • monatlich: 16,67 Euro
  • Wohngebäudeversicherung:
    • jährlich: 150 Euro
    • monatlich: 12,50 Euro
  • Grundsteuer:
    • jährlich: 780 Euro
    • monatlich: 65 Euro
  • Elementarschadenversicherung:
    • jährlich: 180 Euro
    • monatlich: 15 Euro
  • Telefon und Internet:
    • jährlich: 480 Euro
    • monatlich: 40 Euro
  • Stromkosten:
    • jährlich: 570 Euro
    • monatlich: 47,50 Euro
  • Haftpflichtversicherung:
    • jährlich: 75 Euro
    • monatlich: 6,25 Euro
  • Heizkosten:
    • jährlich: 800 Euro
    • monatlich: 66,67 Euro
  • Schornsteinfeger:
    • jährlich: 100 Euro
    • monatlich: 8,33 Euro
  • Müllentsorgung:
    • jährlich: 240 Euro
    • monatlich: 20 Euro
  • Straßenreinigung:
    • jährlich: 300 Euro
    • monatlich: 25 Euro
  • Abwassergebühren:
    • jährlich: 525 Euro
    • monatlich: 43,75 Euro
  • Rücklagen:
    • jährlich: 1680 Euro
    • monatlich: 140 Euro
  • Gesamtkosten:
    • jährlich: 6080 Euro
    • monatlich: 506,67 Euro

Für den monatlichen Bedarf resultiert aus den einzelnen Kostenstellen also ein Gesamtbetrag von 506,67 Euro. Hinzu können eventuell noch die monatlichen Kosten für Ratenzahlung/ Hauskredit kommen.

Planen Sie anfallende Kosten ein

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserem Beitrag beispielhaft darstellen konnten, mit welchen Kosten Sie nach dem Hausbau rechnen müssen, ohne Sie dabei abzuschrecken. Sie sollten diese jedoch, wie bereits erwähnt, bei Ihrer Finanzierung berücksichtigen und stets ein finanzielles Polster zur Verfügung haben.

Gerne können Sie uns in den Kommentaren Ihre Meinung zu den anfallenden Kosten preisgeben. Oder diskutieren Sie mit uns auf Facebook oder Twitter. Dort erhalten Sie zudem regelmäßige Meldungen rund ums Fertighaus. Schauen Sie doch mal vorbei!

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Schlüsselfertig bauen: Was bedeutet das eigentlich?

Was bedeutet eigentlich schlüsselfertig bauen? Eine Bauweise, die regelmäßig für Verwirrung sorgt, da der Begriff „schlüsselfertig“ rechtlich bis heute nicht klar definiert ist. Wir wagen dennoch einen Erklärungsversuch und verraten Ihnen, wie dieser interpretiert wird und auf was Sie vor dem Vertragsabschluss unbedingt achten sollten. Schlüsselfertig bauen: Was bedeutet das eigentlich? weiterlesen

Erweiterung der KfW-Förderung für Einbruchschutz

Wohneigentümer und Mieter dürfen sich freuen, denn das Bundesbauministerium, das Bundesinnenministerium und die KfW weiten die Zuschüsse für Einbruchschutz aus. Gefördert werden zehn Prozent der Investitionshöhe.

Seit dem 21. März werden auch kleinere Maßnahmen zur Sicherung Ihres Eigenheims gefördert. Lag die Investitionshöhe in der Vergangenheit bei 2.000 Euro, so dürfen Sie nun bereits ab einer Summe von 500 Euro einen Antrag bei der KfW stellen.

Der Förderzuschuss für Wohneigentümer und Mieter beträgt zehn Prozent, weshalb Sie mindestens 50 Euro für Ihre Sicherheitsmaßnahmen erhalten, die Sie nicht zurückzahlen müssen. Der Höchstsatz beträgt 1.500 Euro.

Im Jahr 2016 wurden von der KfW mehr als 40.000 Förderzuschüsse für den Schutz gegen Einbrüche genehmigt. Zusätzliche Informationen zur Erweiterung der Förderung für Einbruchschutz erhalten Sie unter www.kfw.de/einbruchschutz.

Werfen Sie, passend zum Thema Einbruchschutz, gerne auch einen Blick auf unsere Artikel über Sicherheitsfenster und die sichere Haustür.

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DGNB-Zertifizierung für Fertighäuser

Welche Rolle spielt die DGNB-Zertifizierung beim Fertighaus, was hat es mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen überhaupt auf sich und welchen Nutzen hat das Zertifikat für den Bauherren? Die Antworten darauf verraten wir Ihnen in unserem heutigen Blogbeitrag.

Fertighaus-Interessenten berücksichtigen bei der Auswahl ihres Fertighauses die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien, um eine stabile Wertentwicklung der Immobilie sicherzustellen und auch ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht zu werden.

Die Bedeutung nachhaltigen Bauens zeigt sich zum Beispiel daran, dass etwa 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland auf den Betrieb von Immobilien entfällt. Würden beispielsweise 50 Prozent aller Altbauten nachhaltig modernisiert, so ließen sich die Kohlendioxid-Emissionen um jährlich 200 Millionen Tonnen reduzieren.

Worauf sollten Sie als Fertighaus-Interessent bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit eines Fertighauses besonders achten? Wir informieren Sie über die Kriterien des Nachhaltigkeitssiegels der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.

DGNB-Zertifizierung durch die gemeinnützige Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen wurde im Jahr 2007 von 16 Organisationen der Immobilien- und Bauwirtschaft gegründet. Sie ist eine gemeinnützige, nicht gewinnorientierte Organisation.

Die DGNB versteht sich als Wissensplattform mit der Aufgabe, die Gesellschaft über die Notwendigkeit und über die konkreten Umsetzungsmöglichkeiten einer nachhaltigen Bauweise zu informieren. Laut ihrer Satzung ist die DGNB dem Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie soziokulturellen Zielen verpflichtet.

Nachhaltiges Bauen ordnet die DGNB als eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung ein. So dürfe die Verantwortung für aktuelle Umweltprobleme, wie beispielsweise Resourcenverknappung und Klimawandel, nicht einfach den nachfolgenden Generationen überlassen werden.

Die über 1.200 DGNB-Mitglieder aus dem In- und Ausland repräsentieren die Bau- und Immobilienwirtschaft in ihrer gesamten Wertschöpfungsbreite. Zu den Vereinsmitgliedern zählen u. a.

  • Architekten, Bauplaner und Ingenieure,
  • Bauunternehmen und Bauprodukt-Hersteller,
  • Bauherren, Immobilieneigentümer, Immobilien-Betreiber und Investoren,
  • Unternehmen der Versorgungs- und Entsorgungsbranche,
  • Wissenschaftler und Prüfinstitute sowie
  • Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Vertreter der Öffentlichen Hand.

Wie funktioniert das DGNB-Zertifizierungssystem?

Das DGNB-Zertifizierungssystem zielt auf die Planung und Bewertung nachhaltiger Gebäude. Um größtmögliche Transparenz und Bewertungsqualität sicherzustellen, fließen bis zu 40 verschiedene Kriterien aus sechs Themenbereichen in die Gesamtbewertung ein.

Für jedes der (teilweise unterschiedlich gewichteten) Kriterien bestimmte die DGNB Zielwerte. Je nach Zielerreichungsgrad werden jeweils bis zu zehn Punkte vergeben. Aus den Bewertungen von fünf der sechs Themengebiete ergibt sich die Gesamtwertigkeit. Für die Standortqualität, das sechste Themengebiet erfolgt ein separater Ausweis. Das besonders flexible DGNB-Bewertungsverfahren berücksichtigt sowohl die jeweilige Gebäudenutzung als auch länderspezifische Kriterien.

Eine Besonderheit des DGNB-Konzeptes besteht darin, dass die in einem umfassenden Sinn verstandene „Qualität“ eines Gebäudes für den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie bewertet wird. Dabei erfolgt keine Beurteilung baulicher Einzelmaßnahmen, sondern eine Bewertung des Gesamteindrucks einer Immobilie (oder auch eines Stadtviertels).

Das „Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen“

Ein DGNB-Zertifikat beinhaltet das „Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen“, das im Jahr 2009 von der DGNB gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entwickelt wurde.

Die Siegel-Kategorien Platin, Gold und Silber erhalten Neubauten, die bei der Prüfung der Nachhaltigkeit bestimmte Mindestpunktzahlen erreicht haben.

  • Siegel Platin: Gesamterfüllungsgrad ab 80 Prozent
  • Siegel Gold: Gesamterfüllungsgrad ab 65 Prozent
  • Siegel Silber: Gesamterfüllungsgrad ab 50 Prozent

Das Siegel Bronze ist Bestandsgebäuden vorbehalten, die einen Erfüllungsgrad von mindestens 35 Prozent erreichen.

In den vier DGNB-Siegel-Kategorien wurden weltweit bereits über 1.000 Auszeichnungen vergeben.

Nachhaltiges Bauen – die sechs Themengebiete einer Zertifizierung durch die DGNB

Das DGNB-Konzept der Nachhaltigkeit umfasst neben den im klassischen „Dreisäulenmodell“ enthaltenen Kriterien Ökonomie, Ökologie und Nutzerkomfort auch funktionale Gesichtspunkte wie Technik, Prozesse und Standort.

Ökologie

Minimierung von Emissionen

In allen Phasen eines Gebäude-Lebenszyklus entstehen Emissionen –

  • bei der Gebäudeerrichtung (unter Verwendung bestimmter Bauprodukten),
  • bei der Immobilien-Nutzung (Gebäudebetrieb und Instandhaltung) und
  • beim Rückbau eines Hauses.

Es gehört zu den besonders wichtigen Zielen nachhaltigen Bauens, ein Gebäude bereits so zu planen, dass die Immobilie während ihrer Lebensdauer möglichst geringe Emissionen verursacht. Die DGNB ermittelt daher die von einem Haus ausgehenden Emissionen für die gesamte Lebensdauer der Immobilie. Ein Vergleichsmaßstab („Benchmark“) wird genutzt, um anschließend die errechneten Emissionsdaten einzuordnen.

Die DGNB-Systematik berücksichtigt bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Immobilien diverse ökologische Problemfelder:

  • das für den Klimawandel verantwortliche Treibhauspotenzial,
  • die Auswirkungen auf die Ozonschicht in der Stratosphäre,
  • den Einfluss auf die Bildung von Sommersmog durch Ozonbildung,
  • Versauerungspotenziale, die Wald- oder Fischsterben auslösen können sowie
  • Beiträge zur Überdüngung.

Risiken für die lokale Umwelt reduzieren

In die ökologische Nachhaltigkeitsbewertung durch die DGNB fließt auch ein, inwieweit bei der Erstellung eines Gebäudes Werkstoffe verwendet werden, die den Menschen oder die Tier- und Pflanzenwelt gefährden oder schädigen können. Ein Ziel nachhaltigen Bauens besteht deshalb darin, den Einsatz gefährdender Werkstoffe zu reduzieren oder solche Materialien durch andere Werkstoffe zu ersetzen.

Verwendung umweltfreundlicher Bauprodukte

Die DGNB prüft, ob umweltfreundliche (und zugleich sozialen Standards entsprechende) Bauprodukte verwendet werden.

Geachtet wird insbesondere auf

  • den Waldschutz,
  • auf Kinderarbeit bei der Produktion von Baumaterialien und
  • speziell bei der Natursteingewinnung: auf die Beachtung von Umwelt- und Sozialstandards.

Ressourcenverbrauch und Ökobilanz

Die Herstellung, der Betrieb und der Rückbau von Gebäuden sollten möglichst wenig Primärenergie und Wasser verbrauchen. Auch die Höhe des Anteils erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch geht in die Bewertung ein.

Trinkwasser und Abwasser

Ein minimierter Trinkwasserverbrauch nachhaltiger Gebäude wirkt sich kostensenkend aus. Die Wiederverwertung von Abwässern macht die Nutzer eines Gebäudes unabhängiger von Preisveränderungen und Verfügbarkeit der Ressource Wasser.

Flächenverbrauch

Zur ökologischen Nachhaltigkeit von Gebäuden zählt nicht zuletzt ein geringer Flächenverbrauch und eine begrenzte Bodenversiegelung.

Ökonomie

Gebäudekosten

Eine optimale Wirtschaftlichkeit einer Immobilie erfordert einen effizienten Umgang mit wirtschaftlichen Ressourcen. Die DGNB-Prüfung umfasst einen transparenten Kostenvergleich mit ähnlichen Gebäuden.

Umnutzungsmöglichkeiten

Eine flexible Gebäudekonzeption erleichtert die spätere Umnutzung einer Immobilie. Das damit verringerte Leerstandsrisiko sichert den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg einer Immobilie.

Marktpotenzial

Nur bei hoher Akzeptanz eines Gebäudes bei potenziellen Nutzern werden Leerstände vermieden und der langfristige Werterhalt der Immobilien-Investition gesichert. Eine gute Marktfähigkeit ist daher ein wesentliches Kennzeichen nachhaltiger Immobilien.

Nutzerkomfort: funktionale und soziokulturelle Qualität

Die DGNB-Zertifizierung berücksichtigt im Prüfungsgebiet „funktionale und soziokulturelle Qualität“ von Gebäuden

  • den Wärmekomfort,
  • die Qualität der Innenraumluft,
  • die Raumakustik,
  • die Versorgung der Innenräume mit natürlichem oder künstlichem Licht,
  • die Möglichkeiten des Gebäudenutzers, die Raumkonditionierung zu beeinflussen,
  • die Vielseitigkeit der Nutzungsmöglichkeiten von Innen- und Außenräumen,
  • den Schutz vor Gefahrensituationen, denen das Gebäude aufgrund seiner Konzeption entgegenwirkt,
  • Barrierefreiheit und
  • die Integration des Gebäudes in das städtebauliche Umfeld.

Technische Wertigkeit

Zur technischen Wertigkeit einer Immobilie gehören nach den Regeln des DGNB-Zertifikats

  • der Schallschutz,
  • der Schutz der Gebäudehülle vor Tauwasser,
  • die Anpassungsfähigkeit technischer Systeme an sich wandelnde Nutzerbedürfnisse,
  • die Instandhaltungs- und Reinigungsfreundlichkeit,
  • die Eignung der Immobilie für Rückbau und Recycling sowie
  • die Abstimmung der Immobilie auf Mobilitätsangebote.

Ablauf- und Prozessqualität

Das Prüfungskriterium Prozessqualität bezieht sich auf

  • optimierte Planungsprozesse,
  • das Vorhandensein alternativer Gebäudekonzepte,
  • die bereits in Ausschreibungsverfahren erfolgende Integration von Nachhaltigkeitsanforderungen,
  • die Sicherung einer optimalen Nutzung durch Maßnahmen während Planung und Bauphase,
  • eine Baustellenorganisation, die auf Abfallvermeidung und Minimierung von Umweltschäden ausgerichtet ist,
  • Maßnahmen der Qualitätssicherung während der Gebäudeerstellung und
  • die Sicherstellung einer geordneten Gebäude-Inbetriebnahme.

Qualität des Standortes

Auch die Standortqualität zählt nach dem DGNB-System zu den Bewertungskriterien der Nachhaltigkeit von Immobilien. Die DGNB berücksichtigt

  • auf ein Gebäude wirkende Umwelteinflüsse,
  • das Standort-Image,
  • die verfügbaren Verkehrsmittel sowie
  • vorhandene Versorgungseinrichtungen, Kultur-, Freizeit- und andere Dienstleistungsangebote.

DGNB-Zertifikat: Vorteile für den Bauherren eines Fertighauses

Ein DGNB-Zertifikat vermittelt den Bauherren von Fertighäusern einen exzellenten Überblick über die Qualität der Nachhaltigkeit eines Fertighaus-Angebotes.

  • Die DGNB-Bewertung der Immobilien-Nachhaltigkeit berücksichtigt nicht nur ökologische Kriterien, sondern auch weitere bedeutende Aspekte wie Ökonomie, Technik und soziokulturelle Bezüge.
  • Das flexible einsetzbare DGNB-Prüfungssystem stellt marktgerechte Zertifizierungen für verschiedene Gebäudearten sicher.
  • Über die Bewertung einzelner Immobilien hinaus führt die DGNB auch Zertifizierungen von Gebäudeserien durch. Eine solche Mehrfachzertifizierung dient dem einheitlichen Qualitätsnachweis z. B. für alle Fertighäuser einer bestimmten Serie.
  • Die Beachtung der von der DGNB definierten Nachhaltigkeitskriterien bewirkt eine höhere Immobilien-Qualität, die regelmäßig mit verbesserten Vermarktungsmöglichkeiten und höheren Wiederverkaufswerten einhergeht.
  • Fertighäuser, die durch DGNB als nachhaltig bewertet werden, erfordern gewöhnlich niedrigere Aufwendungen für Betrieb und Unterhaltung.
  • Vermieter profitieren bei festgestellter Nachhaltigkeit von einer guten Weitervermietbarkeit, von geringeren Leerständen und höheren Mieten.
  • Ein sogenanntes DGNB Vorzertifikat vermittelt Bauherren die Sicherheit, dass die angestrebten Leistungsziele zum Zeitpunkt der Gebäudefertigstellung tatsächlich erreichbar sind.
  • Der Qualitäts-Nachweis durch ein DGNB-Zertifikat beschleunigt die Kreditprüfung durch Baufinanzierungsinstitute und ermöglicht ggf. sogar günstigere Darlehenskonditionen.
  • Ein durch die DGNB zertifiziertes Fertighaus ermöglicht nicht nur einen Fertighaus-Vergleich auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene.

Wir hoffen, dann wir Ihnen mit dem Beitrag einen tieferen Einblick in die DGNB Zertifizierung geben konnten. Oder haben wir Sie davon überzeugt, Ihr Fertighaus zertifizieren zu lassen und von den Vorteilen zu profitieren? Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar und tauschen Sie sich mit uns aus.

Bildquelle: Glenn Carstens-Peters | unsplash.com