Wenn die ganze Familie am Jahresende zusammentrifft, wird das gemütliche Miteinander oft im Detail geplant. Nur leider denken die wenigsten Menschen dabei an mögliche Gefahren. Doch gerade zur Weihnachtszeit ist die Gefahr von Bränden aus Unachtsamkeit besonders hoch.

Fakt ist, dass die Feuerwehren im ganzen Land im letzten Monat des Jahres stets deutlich mehr zu tun haben als sonst. Das bekommen auch die Versicherungen zu spüren. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hatte jeweils im Dezember der letzten Jahre etwa 40 Prozent mehr Schäden, die auf Brände zurückzuführen waren, als in den anderen Monaten zu verzeichnen.

Das zeigt, dass die Brandgefahren im Advent jährlich auffallend zunehmen. Die Statistik kommt auf 11.000 Brände in der Adventszeit, die mit ein paar einfachen Vorkehrungen vermieden werden könnten. Jährlich sterben ca. 600 Menschen in Deutschland bei Bränden. Mehr als 60 Prozent sind ältere Menschen.

Ein Drittel der Feuer auf das ganze Jahr gesehen ist übrigens auf Defekte an Elektrogeräten zurückzuführen, worauf Sie nicht nur in der Weihnachtszeit achten sollten.

Die häufigsten Brandgefahren an Weihnachten

Besonders oft brennen in Privathaushalten in der Weihnachtszeit Adventskränze oder der liebevoll geschmückte Weihnachtsbaum. Offener Kerzenschein – so schön er auch aussehen mag – ist noch immer das größte Risiko, ein Feuer zu verursachen.

Wenn Sie Kerzen anzünden, sollten Sie diese deshalb immer im Blick haben und außerdem anwesende Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen. Nicht sicher befestigte Kerzen oder eine noch glimmende Glut können ein kleines Feuer schneller verbreiten als vielleicht angenommen.

Manchmal steht auch nur ein brennbarer Gegenstand zu dicht an einer Kerze. Oder ein Kind oder eine Haustür läuft zu dicht daran vorbei, sodass etwas ins Schwanken gerät und letztendlich Feuer fängt.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Experimentierfreudigkeit von Kindern und Jugendlichen. Deshalb sollten Feuerzeuge und Streichhölzer immer an einem sicheren Ort verwahrt werden, auch wenn sie in der Weihnachtszeit häufiger benutzt werden.

Übrigens können auch elektrische Kerzen zur Feuergefahr werden, wenn sie nicht ordnungsgemäß funktionieren oder überlastet sind. Lichterketten sollten Sie regelmäßig überprüfen und nur mit Prüfsiegel kaufen. LED-Lichter sind allgemein sicherer und stromsparender, sodass sie nicht so schnell heiß werden.

Einfache Vorkehrungen für mehr Sicherheit im Advent

Ein vernünftiger Umgang mit Kerzen ist eine wichtige Vorkehrung, um Brände zu vermeiden. So sollten Kerzen – egal welcher Größe und Höhe – immer nur in auf Standfestigkeit geprüften, dafür vorgesehenen und passenden Halterungen zum Einsatz kommen.

Außerdem ist darauf zu achten, dass keine brennbaren Gegenstände in die Flamme geraten können. Ein sicherer Abstand von Gegenständen zu den Kerzen ist ein Muss.

Wenn Sie echte Kerzen nicht nur am Adventskranz, sondern auch am Weihnachtsbaum benutzen, sollte diese von oben nach unten angezündet und immer im Blick behalten werden. Gelöscht werden die Kerzen dann von unten nach oben.

Nebenbei bemerkt können auch getrocknete Tannenzweige zu einer gefährlichen Brandquelle werden. Deshalb sollten Kerzen nie ganz herunterbrennen, sondern schon kurz vorher gelöscht werden. Es empfiehlt sich, für den Fall eines Falles stets einen Eimer mit Wasser zum Löschen sowie einen Feuerlöscher parat zu haben.

Wie Sie im Brandfall vorgehen sollten

Kleinere Feuer können Sie umgehend mit Wasser und Feuerlöscher bannen. Ist das Feuer aber schon großflächiger, sollten Sie besser telefonisch die Feuerwehr rufen, um selbst nicht zu Schaden zu kommen.

Die eigene Sicherheit ist im Zweifelsfall immer in den Vordergrund zu stellen. Türen sollten in diesem Fall geschlossen werden und sämtliche Personen die Wohnung bzw. das Haus verlassen.

Wer bereits Rauchmelder eingebaut hat, ist auf der sicheren Seite, da hier ein Brand frühzeitig durch hörbaren Alarm gemeldet wird. Wenn Sie noch keine Rauchmelder besitzen, sollten Sie sich am besten noch vor Weihnachten welche anschaffen und installieren. Je nach Bundesland sind diese bereits Pflicht.

Welche Versicherung kommt bei einem Brandfall auf?

Bei einem Brandfall kann es um Menschenleben gehen – und um hohe Summen für materielle Schäden. Für Mieter ist im Brandfall obligatorisch die Hausratversicherung zuständig, wenn es um Schäden geht, die an Möbeln, Kleidung und Hausrat entstehen.

Hier muss die Summe des Wertes bei Vertragsabschluss korrekt festgelegt sein. Wer ein Eigenheim besitzt, sollte zusätzlich eine Wohngebäudeversicherung haben, die das Gebäude selbst abdeckt. Nicht nur das Feuer selbst kann Schäden anrichten, sondern auch das Löschwasser, sofern von der Feuerwehr gelöscht werden muss.

Wer allerdings fahrlässig handelt und deshalb mit verantwortlich für einen Brand ist, muss häufig mit Einbußen rechnen. Möglicherweise weigert sich die Versicherung auch ganz, den entstandenen Schaden zu regulieren.

Es empfiehlt sich in jedem Falle, auf das Kleingedruckte des Versicherungsvertrags zu achten. Auch eventuelle Höchstbeträge der Abdeckung sind hier festgelegt.

Seien Sie aufmerksam in der Adventszeit

Schäden durch Feuer lassen sich mit Vorsicht und den richtigen Vorkehrungen vermeiden. Planen Sie also gut, wenn es ans weihnachtliche Schmücken der Wohnung oder des Hauses geht.

Lassen Sie beim Anzünden von Kerzen Vorsicht walten und setzen Sie bei der Dekoration auf Sicherheit. Ein Rauchmelder ist zudem eine lohnenswerte Anschaffung, die übrigens auch bald überall gesetzlich vorgeschrieben ist.

Bildquelle: ralfor | Pixabay

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