Wer ein Massiv- oder Fertighaus bauen möchte und auf Finanzierungshilfen angewiesen ist, der darf sich über einen historisch niedrigen Bauzins freuen. Wie sich dieser in den vergangenen Jahren entwickelt hat, was Einfluss auf die Höhe des Bauzinses nimmt und warum sich eine Finanzierung zurzeit ganz besonders lohnt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Bauzinsen befinden sich auf einem Niveau, das in den vergangenen vierzig Jahren nicht so weit unten angesiedelt war wie 2015 und in diesem Jahr. Im März lagen die Zinsen sogar in der Nähe des historischen Tiefs, was Personen, die an einem Hauskauf oder Neubau interessiert sind, ganz besonders aufhorchen lassen sollte. Der Grund für den aktuellen Wert liegt vor allem in der Reduzierung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank, schließlich wurde dieser am 16. März 2016 erstmals auf null Prozent gesenkt. Ein absolutes Novum, das es so bisher noch nicht gab und potenziellen Hausbauern ein großes Lächeln ins Gesicht zaubert, schließlich wirkt sich diese Entwicklung positiv auf die Finanzierung der eigenen vier Wände aus.

Wodurch kennzeichnet sich eigentlich der Bauzins?

Unter dem Bauzins versteht man im Allgemeinen einen Aufwand an Zinsen, der während der Errichtung einer Anlage anfällt. Im Klartext bedeutet dies, dass laufende Kosten für die Aufnahme eines Darlehens anfallen, die sich nach der noch zu tilgenden Höhe des Darlehens richten.

Um vom zurzeit sehr niedrigen Bauzins zu profitieren und ein Darlehen für die Baufinanzierung zu erlangen, gibt es in der Regel einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, wie zum Beispiel:

  • geregeltes Einkommen
  • sicherer Arbeitsplatz
  • gute berufliche Perspektive
  • vorhandenes Eigenkapital und Kapitalanlagen

Sind diese Voraussetzungen gegeben, steht einer Baufinanzierung nichts mehr im Wege. Umso besser, wenn dann noch der Bauzins so günstig ist, wie es aktuell der Fall.

Wodurch wird die Höhe des Bauzinses beeinflusst?

Die Höhe des Bauzinses wird durch eine Reihe von Faktoren bestimmt. Den größten Anteil dabei spielt der Leitzins, der, wie bereits erwähnt, im vergangenen Monat erstmals auf null Prozent gesenkt wurde. Der Leitzins ist letztendlich der Zinssatz unter dem sich Banken Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen können.

Dieser bemisst sich wiederum an der wirtschaftlichen Lage und der Höhe der Inflationsrate. Verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage, so senkt die EZB den Leitzins, wodurch Banken die Möglichkeit haben, mehr Kredite zu vergeben. Dies führt wiederum zu dem Effekt, dass die Wirtschaft angekurbelt wird.

Doch auch ohne die Berücksichtigung des Leitzinses kann das Niveau des Bauzinses variieren. Zum Beispiel, wenn Banken eine Immobilienblase, also eine deutliche Überbewertung von Immobilien, verhindern möchten. Dies gelingt ihnen wiederum nur durch eine Erhöhung der Bauzinsen, die einen umgekehrten Effekt zur Folge hat.

Die Laufzeit eines Darlehens wirkt sich ebenfalls auf die Höhe des Bauzinses aus, denn wie bei den meisten Darlehen und Krediten gilt: Je kürzer die Laufzeit, desto niedriger ist der effektive Jahreszins. Eigentlich logisch, dass insbesondere die Konditionen für ein zehnjähriges Darlehen momentan nicht allzu weit vom historischen Tief sind und daher eine besonders lukrative Rolle im Bereich der Baufinanzierung spielen.

Wie wird sich das Bauzinsniveau in Zukunft verändern?

Auf Grund des seit vierzig Jahren niedrigsten Zinsniveaus stellt sich die Frage, wann der Bauzins wieder in die Höhe schnellt. Eine durchaus berechtigte Frage, die vielen Experten aus der Immobilienbranche Kopfzerbrechen bereitet.

Auch wenn sich viele Experten nicht einig sind, so erwartet ein Großteil davon langfristig wieder steigende Zinsen. Das bedeutet, dass momentan der ideale Zeitpunkt ist, um in den Hausbau zu investieren. Wer lange wartet läuft Gefahr tiefer in die Tasche greifen zu müssen.

Bildquelle: William Iven | unsplash.com

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